It’s complicated: Mein Zyklus und ich

02. October 2020 | in Gesellschaft | Kooperation

Einmal im Monat werde ich zur Raubkatze. Dank moderner Apps und einem sehr regelmäßigen Zyklus kann ich glücklicherweise ziemlich gut vorher bestimmen, ab wann die Metamorphose eintritt. Dann warne ich die Menschen um mich herum und bereite mich selbst darauf vor. Allerdings ist das Phänomen eines regelmäßigen Zyklus immer noch relativ neu für mich. Häh, könnte man jetzt denken, mit 34? Warum erst so spät?

Weil ich, und das ist wohl exemplarisch für unsere 80er-Jahre Generation, schon sehr sehr früh und dann für sehr lange Zeit die Pille genommen habe. Ohne jetzt in den allgemeinen Hassgesang auf die Pille einstimmen zu wollen, muss ich sagen: Yup – eigentlich Wahnsinn, dass man Kindern (ich war 13!) so ohne großes Gerede die Pille verschrieben hat. Damit war das Thema Verhütung nämlich dann schnell und easy vom Tisch. Natürlich ist der medizinische Nutzen der Erfindung der “Antibabypille” groß und die Gabe einer oft sinnvollen Abwägung geschuldet. Ich will die Pille nicht per se verteufeln, aber sie hat bei vielen verhindert, dass man sich intensiv mit dem Körper, der Periode und dem Zyklus auseinandersetzt – ihn kennenlernt und Verantwortung übernimmt. Über die Nebenwirkungen wurde so gut wie nicht gesprochen. Und für mich war das ganz normal. Erst über zehn Jahre später setze ich die Pille ab.

Eine neue Erfahrung

Ich hatte also eigentlich bis ich Mitte zwanzig war, keine richtige Periode und komme auch aus einem Elternhaus, wo über das Thema wenig geredet wurde. Ich erinnere mich noch, als ich mit circa neun Jahren ein verpacktes Tampon fand und meine Mutter fragte, was das sei. Sie sagte nur kurz angebunden, dass sie mir das mal erklären würde, wenn ich älter bin. Das war’s dann auch. Als ich meine Periode das erste Mal bekam, war das aufregend und – leider – auch beschämend. Ich traute mich kaum, mit jemanden darüber zu sprechen und zog mein Wissen aus der Bravo. Dr. Sommer und der Werbung für Hygiene-Produkte sei Dank hatte ich zumindest einen blassen Schimmer, was da passiert. Aber dann kam ja auch gleich das Rezept für die Pille und von da an hatte ich nur noch mit einem kleinen “Überbleibsel” einer Periode zu tun, die man sich sogar, wie ich nun im tollen Gyncast Podcast erfahren habe, komplett hätte sparen können. Das Ganze ist also eher suboptimal gelaufen würde ich sagen. Und eines ist jetzt schon klar: Mit meinen Kindern, vor allem, wenn ich irgendwann mal eine Tochter haben sollte, spreche ich ganz offen (und kindgerecht) über das monatliche Bluten. Auf keinen Fall möchte ich, dass das Thema zu einem unangenehmen Tabu wird – denn: wie schade eigentlich!

Eine Hass-Liebe

So richtig meine Tage haben, mit all den Ups und Downs des Zyklus – das lernte ich also erst mit Ende zwanzig kennen. Bis mein Körper und ich uns eingespielt hatten, sollte es sogar noch länger dauern. Aber nun ist es soweit: Ich habe das Privileg einer sehr regelmäßigen Periode und merke an meinem Körper und der Stimmung ziemlich genau, an welchem Punkt meines Zyklus ich bin. Dabei bringt er mich auch manchmal zum Verzweifeln. Diese schrecklichen Stimmungsschwankungen! Das furchtbare Down nach dem High. Ich merke förmlich, wie meine Hormone-Kurve nach unten geht, synchron mit meiner Laune. Ich bin gereizter, schneller genervt von meinen Mitmenschen und meinen Kindern. Alles ist anstrengender. Circa drei Tage vor der Blutung habe ich dann einen riesigen Appetit und schaufle ständig Essen in mich rein. Einen Tag vorher kommen die Abgeschlagenheit und die Kopfschmerzen. Am ersten Tag der Periode würde ich mich am liebsten mit meinem Weltschmerz und den Krämpfen im Bett verkriechen. Ich habe manchmal das Gefühl, ich würde das auch meiner Umwelt schulden – denn ich bin dann wirklich unausstehlich.

Das High!

Und dann an Tag zwei der Periode geht es plötzlich wieder bergauf. Ich merke, wie mir alles leichter fällt. Selbst das Ziehen und die Krämpfe machen mir weniger aus. Die Stimmung steigt, genau wie die Libido. Ich befinde mich auf der Kurve nach oben. Bis der Eisprung kommt ist meine Stimmung super. Und dann? Ihr ahnt es. Eisprung-Plateau – und die Kurve geht wieder nach unten. Manchmal verdamme ich meinen Zyklus. Diese Unausweichlichkeit der Hormone und wie empfindlich ich darauf reagiere. Auf der anderen Seite liebe ich auch die Zeit, wenn es bergauf geht. Wenn ich mich toll fühle. Das eine wäre ohne das andere sicherlich nicht so intensiv. So ein bisschen wie das Leben.

So langsam haben wir uns also aneinander gewöhnt, mein Zyklus und ich. Aber: It’s complicated. Mal bin ich einfach nur wahnsinnig genervt, fühle mich einfach so ausgeliefert. Und manchmal denke ich: Es gehört einfach dazu. Und man kann es sich ja auch angenehmer machen: Ich weiß, wenn es bergab geht und warne mein Umfeld (und mich!) quasi vor. Ich gehe behutsamer mit mir um. Mache mir eine Wärmflasche und versuche, es etwas ruhiger angehen zu lassen. Und es gibt ja auch kleine Helferlein, die die Zeit der Periode erleichtern: Aus dem Hause LILLYDOO, die seit Jahren erst Isabels Baby und dann mein zweites Kind mit Windeln im Abo versorgt haben, gibt es jetzt Hygiene-Produkte! Mia Tampons, Binden und Slipeinlagen sind dabei nicht nur wunderhübsch verpackt, sondern auch super soft und mit Bio-Baumwolle. Eigentlich finde ich es ziemlich verrückt, dass man da früher nicht drauf geachtet hat, was man an (und in!) seinen Körper lässt, gerade an so einen sensiblen und intimen Bereich. Deshalb ist es beruhigend zu wissen, dass alle mia-Produkte OEKO-TEX® Standard 100 geprüft sind.

Was ich auch schön finde: Die Packungen kann man im Bad jetzt auch wirklich einfach mal stehen lassen, so schick sehen sie aus. Und sowieso ist es doch totaler Quatsch, Periodenprodukte zu verstecken, als müssten sie einem peinlich sein!? Da hat sich wirklich einiges getan, seitdem man noch mit rotem Kopf die Kommilitonin nach einem Tampon fragen musste. Mit dem mia-Abo kann man ganz individuell aussuchen, welche Produkte und Größen man braucht und die werden dann monatlich rausgeschickt – ohne dass man dran denken muss! Endlich steht man nicht mehr ohne Tampons da, wenn einem mal wieder die Blutung überrascht!  Vielleicht schaut ihr euch einfach mal um?

 

Dieser Beitrag entstand in freundlicher Kooperation mit mia.

Kommentare