Immer wieder Formentera – dieses Jahr zu acht!

27. October 2016 | in Travel

Hach ja, Formentera! Schon zum vierten Mal war Xaver mittlerweile dort, unfassbar, oder? Wie jedes Jahr hatten wir zwei wundervolle Wochen auf der kleinen Balearen-Insel, sie hat einfach so einen besonderen Charme… Und dieses Mal hatten wir uns Verstärkung mitgenommen!

Ich habe ja schon mehrmals geschrieben, dass wir eigentlich im Idealfall immer ein anderes gleichaltriges Kind für Xaver dabei haben wollen im Urlaub – und Komplizen-Eltern für uns! Dieses Jahr haben wir uns diesen Traum mit Ari und Rainer endlich erfüllt, und ich muss sagen: es war ein sehr harmonisches Match mit den Vieren, die auch eine Dreijährige und ein Baby haben. Ari und Rainer reisen ähnlich wie wir, sie erziehen ähnlich wie wir und sie sind vor allem sehr entspannte Zeitgenossen, was es natürlich einfacher gemacht hat, mehrere Tage und Nächte auf engstem Raum mit ihnen zu verbringen.

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Denn Platz hatten wir nicht viel! Wir hatten ein kleines Haus auf AirBnb gebucht, vier Schlafzimmer, eine kleine Küche mit zwei Kochplatten, ein großer Garten – das war’s. Wir hofften also auf schönes Wetter um die meiste Zeit draußen verbringen zu können und wurden zum Glück nicht enttäuscht. Wieder muss ich sagen, dass der Oktober mir ideal erscheint für einen Trip nach Formentera, es ist noch sonnig, das Meer ist warm, es wird zwar jedes Jahr voller, aber das ist wohl überall so.

Und wie war das jetzt so, mit Babies und Dreijährigen zu reisen? Ich finde, wir hatten nicht übermäßig viel Gepäck dabei, und ich finde auch, dass es nicht wesentlich anstrengender war als noch mit einem Kind. Das lag sicher insbesondere an den Babies, die waren beide eine Wonne, sehr genügsam und wirklich eher so “nebenbei” dabei. Meistens lagen sie irgendwo auf ihren Krabbeldecken und jauchzten vor sich hin.

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Die Großen dagegen… Puhuuuuuu! Warum sprechen eigentlich alle immer von den Terrible Twos, die Dreier erscheinen mir noch wesentlich intensiver. Vor allem Xaver hat sich oft nicht von seiner besten Seite gezeigt, trotz intensiver Betreuung und Zuwendung von allen Seiten. Trotzdem war es schön, dass die beiden Großen sich hatten, sie brauchten zwar mehrere Tage um warm zu werden, und natürlich gab es auch immer wieder Kleinkriege, aber kurz bevor es zurück ging, waren sie dann doch so richtig eng. Wollten beieinander im Auto fahren, nannten sich Bruder und Schwester. Süß!

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Und wir – haben wir uns erholt? So gut man sich eben mit vier Kindern erholen kann! Urlaub ist einfach nicht mehr das Gleiche, die Bedürfnisse von vier Kindern und vier Erwachsenen aufeinander abzustimmen ist eine kleine Meisterleistung. Aber ich finde, wir haben das ziemlich gut hinbekommen. Wir haben die Fahrt zum Strand oft auf die Mittagszeit gelegt, sodass die Großen einschlafen konnten. Die Kleinen waren – wie gesagt – eh nicht oft das Problem, aber auch hier musste mal angehalten werden zum Stillen, Wickeln, etc.

Die Großen blieben zudem immer lange wach, die Kleinen waren früh wieder wach – entsprechend wenig Zeit blieb für uns Erwachsene. Ich hatte gehofft, wir würden uns abends mit Wein begießen und philosophieren, aber Ari und ich stillen beide noch voll und mussten uns aufgrund von dringendem Schlafbedürfnis auch immer früh verabschieden. So hatten wir wirklich sehr wenig Zeit ohne Kinder, aber das ist auch okay so. Denn, so sagten wir uns immer wieder: Das wird ja jetzt jedes Jahr wieder mehr. Wenn die Großen erst mal fünf sind und die Kleinen zwei… Wenn es Bettenlager gibt…. Die Zeit, in denen alle Kids so betreuungsintensiv sind, hört ja irgendwann auf, oder?

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So begannen unsere Tage früh und wir ließen es morgens immer ganz entspannt angehen. Großes Frühstück auf der Terrasse, dann rumwurschteln, irgendwann ab zum Strand oder in die Stadt. Am Strand hüpften die Dreijährigen begeistert herum, planschten mit Schwimmflügeln und bauten Sandburgen mit den Papas. Was hatten wir für ein Glück mit dem Wetter! Es war fast immer wolkig, aber trotzdem sehr sehr warm. Nur an einem Tag war es stürmisch und regnerisch, den verbrachten wir dann bei Bekannten im Haus und in deren beheizbarem Pool.

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Eines kann ich sicher sagen: ich hatte keine Sekunde Langeweile in diesem Urlaub. Es gab immer ein Kind zu stillen, eines zu trösten, eines zu schunkeln oder sonstwie zu bespaßen. Es gab immer etwas zum Aufräumen, es gab Wäsche, Kochen, Haushalt as usual. Es war der Urlaub der Momente. Der Moment, als Ari und ich alleine ins Wasser liefen und uns in die Wellen stürzten. Der Moment, als der Mann und ich mal kurz zwei schlafende Kinder hatten und ein bisschen spazieren gingen oder einfach kurz wegdösten. Der Moment, als beim Essen die Sonne unterging und die Kinder friedlich spielten oder schliefen. Der Moment, als ich alleine rausschwimmen konnte, in diesem Wahnsinnswasser, in dem man ganz am Ende kann immer noch den weißen Sandboden sehen kann…

Zuhause spielten die Kids im improvisierten Tipi oder streunten durch den Garten, abends grillten wir Fisch oder kochten anderweitig gut auf. Ein paar Mal waren wir auch essen, klappte meistens überraschend gut, trotz der vielen Kinder.

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Nach unserem Trip nach Italien war das unser zweiter Urlaub als vierköpfige Familie und wir haben es sehr genossen! Es wird noch viele Reisen zu viert geben, so viel ist sicher. Das nächste Abenteuer ist sogar schon gebucht. Und auch mit Quinn kann man das bisher sehr gut machen. Sie ist ein Hit, mittlerweile so entspannt, ausgeglichen und glücklich, mir geht jedes Mal das Herz auf, wenn sie mich anlächelt. Sie hatte eine großartige Zeit auf der Insel, genoss die Wärme, wurde knackebraun (sie war nur im Schatten, wirklich!!), war viel nackt und drehte sich das erste Mal. Xaver hatte, wie gesagt, zu kämpfen, aber das Reisen an sich, hat er wie immer mit Bravour gemeistert. Und ich gehe mal schwer davon aus, dass er in Berlin auch “Phase” gehabt hätte, da war es mir in der Sonne doch lieber.

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Immer wieder werde ich nach Tipps für Formentera gefragt und ich habe eigentlich keine. Wir machen immer das Gleiche, mieten irgendwo ein Haus, ein Auto und fahren dann jeden Tag an den Strand. Ich finde es immer relativ anstrengend, nach Formentera zu kommen (Flug nach Ibiza, dann Fähre, auf der Insel ist ein Auto ein Muss), zudem ist man meist Selbstversorger, es gibt kaum Hotels mit Halbpension. Es ist also KEIN superentspannter Urlaub, wir haben oft mehr “Familien-Arbeit” als zuhause, denn es gibt keine Kinderbetreuung und oft auch keine Spülmaschine, etc. Aber die Insel hat ein besonderes Flair, wir haben dort Familie und für meinen Mann ist es ja sogar Heimat, er wurde auf Formentera geboren.

Wir werden also wiederkommen, vielleicht wieder mit Ari und Rainer, wer weiß! Und jetzt bin ich euch noch das Gruppenfoto schuldig – aber: es gibt keins! Auf diesem fehlen Xaver und Alma, die lagen gerade im Haus und schliefen. Das müssen wir nachholen!

Danke Formentera, see you next year!

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Fotos: Ariane Stippa, Rainer Metz, Roddy Ziebell

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