Geburtsvorbereitung: Hausmittelchen, die das Warten verkürzen sollen

26. March 2013 | in Geburt | Schwanger

Bei mir geht es steil in Richtung Geburtstermin und ich muss sagen: Es reicht auch langsam. Der Bauch ist jetzt so groß, dass er eigentlich immer im Weg ist, nachts bewege ich mich überhaupt nicht mehr aus einer Position heraus, weil das Umdrehen einfach zu umständlich ist (und auf dem Rücken liegen geht ohnehin schon lange nicht mehr), die Füße schmerzen beizeiten und das zusätzliche Gewicht macht mir wirklich zu schaffen. Sprich: Der kleine Mann darf gerne jeden Tag kommen!

Statistisch gesehen übertragen allerdings die meisten Frauen beim ersten Kind. Das will ich, wenn irgendwie möglich, verhindern! Bis zu zwei Wochen länger warten (dann muss eingeleitet werden) finde ich keine sehr attraktive Vorstellung. Deshalb habe ich mich mal umgehört, welche Hausmittelchen es so gibt, um die Geburt langsam und sanft in Schwung zu bringen. Sie wirken zwar, wenn überhaupt, nur dann, wenn das Baby tatsächlich startbereit ist – das ist es bei mir aber gefühlt schon lange. Sein Kopf bohrt sich bereits tief in mein Becken und der Muttermund wurde von meiner Ärztin schon letzte Woche als “geburtsbereit” attestiert.

Zum „Warm werden“

Viel Bewegung ist das beste Gebärmuttertraining, man spürt vor allem während des Laufens förmlich, wie alles arbeitet. Gerade laufen empfinde ich zwar mittlerweile als wirklich anstrengend, zwinge mich aber dazu, denn Herumliegen fühlt sich noch schlechter an …
Es scheint einen Zusammenhang zwischen einer gut funktionierenden Verdauung und dem Geburtsstart zu geben. Wer also (wie viele Schwangere) an Verstopfung leidet, sollte sich dessen bewusst sein und schon frühzeitig versuchen, die Verdauung in Schwung zu bringen (z.B. durch ballaststoffreiche Ernährung). Außerdem werden Leinsamen empfohlen: „Leinsamen lässt Kinder flutschen“, haben wir im Geburtsvorbereitungskurs gelernt. Also ruhig schon ein paar Wochen vor Termin damit beginnen, morgens einen Esslöffel ins Müsli zu mischen.
Viele Frauen schwören auf Akkupunktur, sie wirkt Gewebe auflockernd, bereitet Muttermund und die Gebärmutter auf die Geburt vor und kann somit nicht nur sanft einleitend, sondern auch verkürzend wirken (sprich: Man hat nicht ewig lange Wehen!).
Sehr bekannt und beliebt ist außerdem Tee mit Himbeerblättern und Eisenkraut (z.B. von Into Life – Guter Hoffnung 2, der schmeckt sogar richtig gut!). Ab der 35. Woche darf man jeden Tag mehrere Tassen trinken. Macht den Beckenboden weich, die Gebärmutter stark und bereitet sanft vor.
Ein regelmäßiges Heublumendampfbad wirkt Gewebe auflockernd an Damm und Muttermund. Dafür Heublumen mit heißem Wasser übergießen und den Hintern darüber halten! Etwa 10 Minuten, bis es nicht mehr dampft. Ebenfalls Gewebe auflockernd und vorbereitend wirkt die berühmt-berüchtigte Damm-Massage. Ein Lieblingsthema von mir, ja ja. Furchtbar mechanisch und es macht wirklich keinen Spaß (obwohl manche schlaue Ratgeber empfehlen, die Massage ins Liebesspiel mit einzubinden – kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen.). Im Geburtsvorbereitungskurs sagte die Hebamme: Von allen Hausmittelchen, ist die Damm-Massage leider das Einzige, das erwiesenermaßen einen Effekt hat. Also Mädels, kauft euch ein Damm-Massageöl (z.B. von der Bahnhof-Apotheke) und quält euch durch. Man spürt recht schnell, wie das Gewebe weicher und dehnbarer wird und das beugt Geburtsverletzungen vor. Und die will doch sicher jede vermeiden, oder?
Es gibt auch homöopathische Mischungen zur Einnahme für eine bessere Vorbereitung auf die Geburt (mit Pulsatilla, Arnica, etc.), fragt dazu am besten eure Hebamme.

Sanfte Wehenhelfer

Spätestens ab dem Geburtstermin kann man noch weiter in die Trickkiste greifen! Jetzt ist vor allem alles empfohlen, was entspannend wirkt: Baden, Sex und ein Gläschen in Ehren. Ob Rotwein, oder Champagner – Entspannung ist das A und O. Wer also aufgeregt ist, oder merkt, dass er verkrampft, dem sei ein Schlückchen gegönnt. Am besten in der Badewanne und natürlich nur, wenn man es wirklich genießen kann. Wer sich mit Alkohol auch ganz am Ende der Schwangerschaft nicht wohlfühlt, der sollte es lieber lassen.
Nelken, Zimt und Ingwer wird außerdem eine wehenfördernde Wirkung nachgesagt. Also: Chai-Tee in rauen Mengen trinken! Noch besser wirken vermutlich selbst gebraute Gemische mit Zimtstangen, Nelken, Ingwer und Eisenkraut. Zum Beispiel: 10 Nelken, 1 kleine Ingwerwurzel und 1 Zimtstange in 1 Liter Wasser aufkochen, 2 EL Eisenkrauttee hinzugeben und das ganze 5 Minuten ziehen lassen. Oder man kocht sich einen heißen Apfelsaft mit Zimt, Nelken und Pfefferkörnern auf.
Sex ist ein weiteres bekanntes Hausmittelchen! Wer noch Lust darauf hat und es trotz dickem Bauch genießen kann, der kann also guten Gewissens loslegen. Dem Baby macht das überhaupt nichts, im Gegenteil! Sex entspannt, Sperma enthält Prostaglandine (die wichtig für die Geburt sind) und macht den Muttermund schön weich. Auch Brustwarzen stimulieren soll eine Wirkung haben, also keine Hemmungen! 😉
Manche Hebammen empfehlen auch Nelkenblätter-Öl auf Tampons – dazu aber sicherheitshalber nochmal nachfragen.

Wenn es deutlich über den Termin geht

Dann immer die Hebamme fragen. Es gibt zum Beispiel Öle, die auf den Bauch aufgetragen werden und die Wehen unterstützen (da ist dann meistens auch Eisenkrautöl, Ingweröl, Nelkenknospenöl und Zimtöl drin).
Außerdem hat fast jede Hebamme ein Rezept für einen Rizinusöl-Cocktail  in petto (auch hier wieder: Der ist auch verdauungsfördernd und damit wehenfördernd!). Diesen aber unbedingt nur in Absprache einnehmen.

Meine Ärztin empfahl mir außerdem, mich mental von der Schwangerschaft zu verabschieden, und mich mit dem Gedanken anzufreunden, das Kind „loszulassen“. Was tatsächlich gar nicht so selbstverständlich ist, nachdem man die Kleinen so lange so nah bei sich getragen hat! Außerdem habe ich gehört, dass Zucker schlecht ist, auch Fruchtzucker.  Ein hoher Zuckerspiegel hemmt nämlich den Prostaglandin-Spiegel, der wie gesagt, geburtseinleitend wirkt. Also vielleicht mal ein Stück Kuchen weniger am Tag genießen. Puh!

Und am Ende hilft dann wahrscheinlich doch nur Warten und Hoffen, das es bald losgeht. Oder kennt ihr noch weitere wehenfördernde Hausmittelchen?

Wir werden euch auf dem Laufenden halten!

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