Gut oder komisch? Pucken

18. September 2015 | in Familie | Wochenbett

Ich glaube nicht, dass es ein Zufall ist, dass ich im Moment so oft mit dem Thema “Pucken” konfrontiert werde. Einige meiner Freundinnen haben in der letzten Zeit Babies bekommen, die meisten das Zweite und fast alle pucken ihre Babies (einige wenige sind ja mit dauerentspannten Schlaf-Babies gesegnet, bei denen gibt es natürlich keinen Grund). Und interessanterweise haben sie das alle bei Baby Nr. 1 aber nicht gemacht. Wie ich! Warum? Weil man irgendwie Hemmungen hat, das kleine Ding so zusammenzuschnüren, oder?

Bei der Hebamme super, bei mir nicht

Bei uns war es so: Puckte die Hebamme Xaver in einer Decke fest zusammen, liebte er das, er schlief innerhalb von kürzester Zeit ein und dann auch sehr lange, tief und gut. Versuchte ich es, wand er sich sofort aus dem Pucktuch heraus, er schrie und kämpfte. Ich dachte: er mag das nicht. Und versuchte es nicht mehr. Kurz danach kam die Hebamme wieder, ich jammerte über mein brüllendes Baby, das nicht schlafen wollte, sie puckte ihn wieder, und alles war gut. Aber ich selbst hatte einfach weder die Technik richtig drauf, noch den Mut, ihn in das Pucktuch zu stecken. Es erschien mir irgendwie unnatürlich.

Heute bin ich der festen Überzeugung, ich hätte mir und Xaver viel schwere Zeit erspart, hätte ich ihn öfter gepuckt. Nachts hat er meistens gut geschlafen, tagsüber kam er kaum zur Ruhe. Die meisten meiner Versuche: Stillen, ihn von allen Reizen entziehen, wiegen, tragen, nutzten meist nichts oder erst nach sehr langem Durchhalten. Xaver hantierte einfach viel zu viel rum, der Moro-Reflex war extrem stark ausgeprägt bei ihm und er hielt auch monatelang an. So weckte er sich sogar oft auf, wenn er endlich eingeschlafen war! Je öfter ich jetzt bei Freundinnen sehe, wie gut ihre gepuckten Babies klarkommen, desto deutlicher wird es mir: hätte ich doch mal!

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Denn es ist heute noch so, dass Xaver oft Probleme hat, zur Ruhe zu kommen. Er schläft in guten Zeiten alleine ein, aber auch dann liegt er noch lange wach und wurschtelt rum. Er hebt den Kopf, wälzt sich von links nach rechts. Er spielt mit seine Füßen und mit seinem Tuch. Wie gesagt, in guten Zeiten beschwert er sich darüber nicht und schläft einfach irgendwann ein. In schlechten Zeiten möchte er, dass wir bei ihm sind und in diesen Zeiten wird mir das Ausmaß seiner Unruhe immer bewusst. Er ist todmüde, hört aber einfach nicht auf, sich zu bewegen! Das gleiche Spiel oft, wenn er nachts zu uns ins Bett kommt. Xaver liebt die Begrenzung. Er schläft immer noch am besten in seinem Buggy, am zweitbesten in seinem kleinen Bettchen, am schlechtesten im “UNS-Bett“, wie er es nennt. Dort dreht er sich wie ein Kreisel und kommt oft stundenlang nicht zur Ruhe. Ich denke, das ist bis zu einem gewissen Grad ganz normal und hat sicher auch mit seinem Temperament zu tun. Dennoch kann ich nicht umher zu denken: vielleicht wäre alles anders, vielleicht wäre es für ihn einfacher, hätte ich ihn damals gepuckt.

Damals skeptisch, mittlerweile Fan

Ich bin also mittlerweile Fan vom “Pucken”. Es fühlt sich komisch an, aber es macht so viel Sinn! Übrigens ist es nicht so, dass man die Kinder durch das Pucken in ihrer Motorik einschränkt, auch Babies die viel gepuckt und getragen werden, entwickeln sich ganz wunderbar, solange sie zwischendurch auch mal strampeln dürfen.

Natürlich sollte man die Kinder nicht gegen ihren Willen pucken und sie dann “gefesselt” so lange brüllen lassen, bis sie vor Erschöpfung einschlafen. Das ist ja klar. Auch ist das Pucken für BABIES, wer größere Kinder noch zusammenschnürt, ich weiß ja nicht. Vor kurzem gab es auch diese Artikel, dass Kinder gepuckt zum Essen gezwungen wurden, auch das natürlich: hallo?! Grundsätzlich geht es mal wieder um das gute Gefühl, was braucht mein Kind und was brauche ich? Auf die Bedürfnisse eingehen und versuchen, die Babies zu verstehen. Und hier glaube ich eben, dass Xaver ein ziemlich glückliches Puckbaby geworden wäre…
Wie haltet ihr das? Puckt ihr, habt ihr gepuckt? findet ihr es komisch, oder gut?

 

PS: Auf dem Preview-Bild seht ihr den Puck-Mich-Sack von Ergobaby

Das zweite Bild ist von aden + anais, die machen die schönsten Pucktücher. Auch eine Anleitung gibt es:

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