Gründer-Mums: Julia und Julia von juliusophie

22. November 2018 | in Gesellschaft | Karriere | Lifestyle | Shopping | Vereinbarkeit
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Wir mussten unsere Gründer-Mums-Serie, die wir dieses Jahr begonnen hatten, vor einer Weile unterbrechen – einfach, weil uns die Gründer-Mums ausgegangen sind! Dabei finden wir diese Geschichten immer so inspirierend und vor allem spannend: Wie schafft man es eigene Ideen und Vorstellungen auch wirklich umzusetzen? Umso mehr haben wir uns gefreut, als uns eine gemeinsame Freundin Julia Pingsmann und Julia Lehmann-Björnekärr vorstellte. Die beiden Julias haben nämlich gegründet: den Shopping-Service juliusophie. Wie genau sie das auf die Beine gestellt haben, erzählen sie im Interview.

Hallo ihr beiden! Was habt ihr eigentlich gemacht, bevor ihr gegründet habt?

Julia P.: Ich komme ganz ursprünglich aus der Unternehmensberatung und habe sehr viele Telekommunikations- und Handelsunternehmen in Strategie- und Innovationsthemen beraten, bin dann zur Deutschen Telekom in einen Teilbereich der Konzernstrategie gewechselt. Als letztes war ich im hub:raum, dem Tech-Inkubator der Deutschen Telekom für die Vernetzung der Startups in den Konzern und den Aufbau von Partnerschaften verantwortlich. Ich komme also aus dem Startup Umfeld…

Julia L.: Ich bin Juristin und habe die letzten Jahre als Syndikusanwältin in einem Lobbyverband gearbeitet. In dem Zusammenhang habe ich einige FinTech Veranstaltungen organisiert und betreut. Das war aber auch der einzige Kontakt den ich zuvor zu der Startup Szene hatte (Julia L. lacht).

Wie habt ihr gegründet? Gibt es Investoren bei juliusophie?

Julia P: Den Start habe ich gemacht, indem ich vor rund einem Jahr die GmbH gegründet habe, die hinter juliusophie steht. Julia L. ist dann im Sommer als Gesellschafterin mit eingestiegen. Bis jetzt sind wir noch bootstrapped, also selbst finanziert und ohne externe Investoren.

Julia L: Derzeit sind wir im Bewerbungsprozess für eine Startup-Förderung des Landes Berlin. Außerdem arbeiten wir aktuell an einem Pitch Deck für Investoren, da wir schon mit Business Angels in Kontakt sind.

Julia P: Für uns war und ist es wichtig, dass wir zuerst beweisen, dass das Produkt auch funktioniert, nachgefragt wird insbesondere natürlich, dass wir Tracktion vorweisen können.

Julia L: …und da sind wir auf einem sehr guten Weg!

Ihr beiden kennt euch aus der Kita eurer Kids. Da ihr beide Mamas seid, kennt ihr die Situation der anderen ja gut – ist das ein großer Vorteil? Könnt ihr euch da gegenseitig unterstützen?

Julia L: Ja, in jedem Fall. Wir haben uns eigentlich richtig kennen gelernt, als es in der Kita erziehertechnisch einen Engpass gab und die Kinder ab und an zuhause betreut werden mussten. Da haben wir uns abgewechselt und quasi eine “Privatkita” gemacht.

Julia P: Wir waren ja schon immer beide “Working Moms”, daher wissen wir, wie es bei dem anderen aussieht. Das ist ein großer Vorteil, da jeder weiß, worauf er sich eingelassen hat und wir unterstützen uns da auch gegenseitig sehr. Das fängt beim kurzfristigen Kita-Abholen der Kinder an und hört beim offenen Ohr für den anderen auf, wenn man sich mal aufregen muss.

Von der Idee zur Website – was war die größte Herausforderung?

Julia P: Für mich war die größte Herausforderung tatsächlich, meine Gründungsidee auszusprechen und dann auch den Schritt aus dem sicheren Konzern ins eigene Startup zu gehen. Danach lief alles sehr zügig und wurde immer größer. Von der ersten GeschenkBox und einer kleinen Jimdo-Seite bis zum eigenen Büro, professionellen Fotoshootings, Einkaufsterminen bei großen Marken, den ganzen “Operations”-Prozessen. Ich sehe jetzt erst die größte Herausforderung kommen: juliusophie zu der Plattform für nachhaltige Kindermode zu machen!

Es gibt ja schon viele schöne Online-Shops für Babykleidung. Wie genau funktioniert juliusophie und was ist der Vorteil gegenüber herkömmlichen Onlineshopping?

Julia L: Ganz klar, bei juliusophie gibt es komplette Outfits, nicht nur Einzelteile. Es ist das Komplettpaket, was uns besonders macht! Ich bin selbst das beste Beispiel: Kurz vor dem Familienurlaub im Frühjahr stellte ich fest, dass die alten Sommerkleidungsstücke meiner großen Tochter nicht der Kleinen passen. Mit Baby unter Druck durch Berlins Shoppinglandschaft zu ziehen um noch schnell Frühjahrs/Sommer Kleidung zu kaufen war für mich keine Option. Auf den gängigen großen Portalen fand ich auch nicht das, was ich suchte, oder immer nur Einzelteile, die dann zu unterschiedlichen Zeitpunkten geliefert werden. Die KleiderBox war da genau das richtige: drei tolle, aufeinander abgestimmte Outfits zur Auswahl. Das Rund-um-Sorglos Paket. Das war natürlich bevor ich bei juliusophie eingestiegen bin. Ich war eine der ersten Kundinnen und mich hat das Konzept so sehr überzeugt, dass ich mich schließlich dann auch dafür entschieden habe einzusteigen und Co-Founderin zu werden.

Julia P: Ich glaube, das “Rund-um-Sorglos”-Paket trifft es wirklich gut. Bei juliusophie füllen Eltern einen Fragebogen aus, sagen uns, was ihnen an ihrem Kind besonders gut gefällt oder welche Farben gar nicht gehen. Wir stellen dann die Outfits zusammen. Diese werden nach Hause geliefert, dort haben die Eltern mit den Kindern gemeinsam Zeit, die KleiderBox zu entdecken. In der KleiderBox sind in etwa 3 Outfits mit 10-15 Kleidungsstücken enthalten. Und was nicht passt, wird zurückgeschickt. juliusophie steht dabei für 4 Kernwerte: Vertrauen – denn alles, was wir verkaufen, wurde von uns Müttern und unseren Kindern getestet. Hohe Qualität und tolle Marken: bei uns gibt es Nachhaltig in schön – wir kombinieren Klassisches und Ausgefallenes, große Marken und kleine Labels. Außerdem stehen wir für Outfits, und eben nicht nur für Einzelteile und ganz wichtig: das besondere Shopping Erlebnis -Einkaufen ohne Stress und ohne Tränen.

Was genau bedeutet Nachhaltigkeit für euch und wie prüft ihr das bei euren Marken?

Julia P: Ein Großteil unserer Marken, die wir führen, sind GOTS-zertifiziert. Das heißt, die gesamte Produktion unterliegt dem “Global Organic Textile Standard”, das ist der weltweit führende Standard für die Verarbeitung von Textilien aus biologisch erzeugten Naturfasern. Es werden hier nicht nur die umwelttechnischen Anforderungen entlang der gesamten textilen Produktionskette auf hohem Niveau definiert, sondern auch die Einhaltung von Sozialkriterien gefordert. Wir haben aber auch kleinere Labels, die zwar mit Bio-Stoffen arbeiten, jedoch nicht zertifiziert sind, wir jedoch wissen, dass die Kleidungsstücke unter fairen Bedingungen produziert werden.

Julia L: Nachhaltigkeit bedeutet für uns nicht nur, dass die Kleidungsstücke aus nachhaltigen Materialien und fair produziert sind, sondern auch, dass die Kleidungsstücke, die wir als Retailer auf den Markt werfen, nicht nach einem Kind in der Tonne landen, sondern, dass diese an die nächste und übernächste Generation weitergegeben werden. Daher haben unsere Kunden die Möglichkeit die bei uns gekauften Kleidungsstücke kostenlos an uns zurückzuschicken, sobald die Kinder rausgewachsen sind. Dafür bekommen Sie bis zu 20% Rabatt auf die nächste KleiderBox Bestellung und haben die Möglichkeit als Wiederbesteller sich auch einen Anteil Second Hand Teile in die Box stylen zu lassen.

Wie teilt ihr euch die Arbeitszeit ein? Ist immer pünktlich zur Kita-Abholung Schluss?

Julia L: Grundsätzlich schon. Wobei ich zugeben muss, dass mein Mann und meine Schwiegermutter mir in stressigen Zeiten oft den Rücken freihalten und mich sehr unterstützen. Mir ist aber trotzdem sehr wichtig, dass die Kinder nicht zu kurz kommen und ich Zeit mit den Mäusen verbringen kann. Alles was tagsüber nicht geschafft wird, hole ich dann nach sobald die Kinder im Bett sind.

Julia P: Da stimme ich Julia zu. Wir versuchen Mutter- und Unternehmerinnen-Dasein, gut unter einen Hut zu bringen. Mein Mann unterstützt mich auch sehr, sodass ich manchmal früher starte, er die Kinder zur Kita bringt. Und gegen 15:30 Uhr hole ich sie dann ab und verbringe den restlichen Nachmittag mit Ihnen, das ist mir persönlich sehr wichtig. Wir haben aber auch ab und an Unterstützung von unserer Babysitterin und sonst gilt, was Julia schon sagte: oft mache ich abends nochmal das Laptop auf und arbeite die Dinge ab, die liegen geblieben sind.

Habt ihr schon Angestellte oder wuppt ihr das alles noch zu zweit?

Julia L: Das Kernteam sind tatsächlich wir beide, aber wir haben noch zwei Werkstudentinnen, die uns bei Marketing- und Operationsthemen unterstützen.

Julia P: Und wir arbeiten darüber hinaus mit Freelancern zusammen. Wir haben eine Designerin für alle Grafik-Themen wie Logo, Icons oder Layouts, eine IT-Agentur für Homepage und IT-Themen und für die regelmäßigen Fotoshootings ist schon immer Katja Hentschel mit an Bord. So gehören doch eine einige Leute – wenn auch nicht direkte Angestellte – zur juliusophie Familie.

Welchen Tipp würdet ihr Mamas in der Elternzeit geben, die darüber nachdenken sich selbstständig zu machen oder gar zu gründen?

Julia L: Einfach machen. Nicht zu viel nachdenken.

Julia P: Ich komme aus der Business-Welt, daher würde ich immer erst versuchen, ein MVP – also ein Minimum-Produkt- zu erstellen und das zu testen. Bekomme ich hier positives Feedback, dann einmal überschlagen, ob sich das ganze Vorhaben auch rechnet. Und mein großer Tipp: Netzwerk nutzen, Feedback einholen! Ich würde mir sehr wünschen, dass mehr Mütter gründen, denn was klar ist: Ich finde, Mütter sind super effizient und effektiv und bekommen irgendwie immer alles gebacken.

Danke euch beiden! Wir wünschen euch viel Erfolg mit juliusophie!

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