Gründer-Mums: Lina Andersson von Once Upon

28. August 2019 | in Karriere

Lina ging es einfach so, wie den allermeisten Müttern: sie hatte unzählige Fotos auf ihrem Telefon und keine Zeit, diese zu sortieren, geschweige denn ein Fotoalbum zu entwerfen. Also nahm sie das selbst in die Hand: sie erfand die App Once Upon, mit der man schnell und einfach schöne und hochwertige Fotoalben erstellen kann. Wie lange hat der Prozess der Entwicklung gedauert und wo soll die Once Upon Reise hingehen? All das erzählt uns die dreifache Mutter im Interview.

Warum hast du Once Upon gegründet?

Es begann damit, dass ich nie Fotos oder Fotobücher für meine jüngste Tochter Sally drucken ließ. Sie war zwei Jahre alt und ich hatte einfach überhaupt keine Zeit dafür, die Fotos und Erinnerungen rauszusuchen, die ich behalten wollte. Es dauerte alles so lange und die Zeit, die ich brauchte, um die Bücher für meine beiden älteren Kinder zu erstellen, machte die Schwelle noch größer. Ich fing an, mich nach einer einfachen Möglichkeit umzusehen, um Fotos kontinuierlich wie ein Tagebuch auszuwählen, dazu einen kleinen Text zu schreiben und das automatisch mit schönem Layout in einem Buch präsentiert zu bekommen – direkt am Telefon. Ja und dann war ich ziemlich überrascht, als ich feststellte, dass es keinen solchen Service gab.

Ich sprach mit Freunden und Familie und alle hatten die gleichen Erfahrungen gemacht. Alle fühlten sich schlecht, weil sie sich nicht um ihre Fotos kümmerten. Es gab einfach offensichtlich den Bedarf nach einer einfachen Möglichkeit. Da ich Produktentwicklungen liebe, die das Leben einfacher machen, sah ich gleich die Möglichkeit, etwas zu schaffen, das den Menschen tatsächlich helfen würde.

Wie lange dauerte der Gründungsprozess, bis das Unternehmen online ging?

Als ich anfing, über die Idee nachzudenken, konnte ich nicht mehr aufhören! Damals arbeitete ich als Digitalproduzentin in einer Kommunikationsagentur und hatte das Glück, Leute mit guten Kenntnissen in der App-Entwicklung um mich herum zu haben. So konnte ich schnell ein gutes Verständnis dafür entwickeln, wie man eine App wie Once Upon erstellt. Ich habe einen einfachen Prototyp und einen Businessplan erstellt, um die Idee Freunden, Familie und Investoren zu zeigen. Vom ersten Gedanken bis das Unternehmen finanziert wurde, verging etwa ein halbes Jahr. Dann dauerte es noch mal neun Monate, bis wir mit der Version 1.0 live gingen.

Hattest du dann einen Investor oder wie hast du die finanzielle Belastung bewältigt?

Ja, wir hatten von Anfang an Investoren und haben seitdem auch zwei Finanzierungsrunden absolviert.

Es wird gesagt, dass Frauen vorsichtiger Geschäfte machen als Männer. Stimmt das?

Ich bin mir nicht sicher, ob man das verallgemeinern kann. Ich habe große Pläne für Once Upon und möchte schnell wachsen. Dazu müssen wir natürlich einige Risiken eingehen und solange es sich um ein kalkuliertes Risiko handelt – dann ist es in Ordnung! Ich widerspreche diesem Klischee also ein bisschen.

Wie alt sind die Kinder jetzt – und wie jonglierst du Familie und Unternehmen?

Sie wachsen zu schnell! Elsa ist bereits 11, August acht und Sally sechs Jahre alt. Die Mutter von Kindern in diesem Alter zu sein, hat vor allem mit Freunden und Logistik zu tun: ihre Aktivitäten im Auge zu behalten, sicherzustellen, dass sie rechtzeitig mit den richtigen Dingen am richtigen Ort ankommen – und natürlich einfach da zu sein, wenn sie mich brauchen, ihnen zuhören, wenn sie jemanden zum Reden brauchen.
Drei Kinder zu haben ist sehr intensiv und sie verdienen meine Aufmerksamkeit und Zeit – und fordern das auch ein. Was mir natürlich hilft, ist dass ich flexibel arbeiten kann. Eine gute Work-Life-Balance ist einer der Kern-Werte bei Once Upon. Ich arbeite normalerweise kürzere Tage, um sie nach der Schule abholen zu können, und nachts arbeite ich dann alles ab, was liegen geblieben ist. Das ist anstrengend, aber es geht!

Was macht dein Mann und wie teilt ihr Arbeit und Familienarbeit?

Er ist auch CEO eines neu gegründeten Unternehmens – wir arbeiten also beide viel. Das Gute ist, dass wir die Situation des anderen verstehen und unsere Wochen so planen, dass wir beide unsere Arbeit bewältigen können. Wir teilen uns die Familienarbeit gleichberechtigt, was in Schweden sehr verbreitet ist. Wenn die Kinder zum Beispiel krank sind, wechseln wir uns ab.

Gibt es irgendetwas, was du heute anders machen würdest?

Ich würde mir weniger Sorgen machen!! Und darauf vertrauen, dass mein Bauchgefühl schon stimmt.
Und aktiver daran arbeiten, beides zu verbessern. Also das Vertrauen und das Bauchgefühl.

Wo siehst du dein Unternehmen in fünf Jahren?

Once Upon ist dann die Plattform Nummer eins für Erinnerungen. Wir haben so viele Ideen, wie noch entwickeln wollen! Eine davon macht es möglich, Familie und Freunde einzuladen, gemeinsam Bücher zu gestalten. Das wurde im Juni lanciert, ihr habt es ja auch schon vorgestellt. Wir freuen uns, dass wir der erste Service sind, der das anbietet. Und es wird noch so viel mehr kommen!

Danke, Lina!!

PSSSTTT Mit dem Code littleyearssommer bekommt ihr noch bis zum 15. September (Mitternacht) 20% auf alle Once Upon Produkte. Wenn das mal kein Grund ist, ein Album mit Sommererinnerungen zu gestalten!

Foto: Magnus Lindkvist/Privat

 

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