Erkältungssaison – Hühnersuppensaison!

Was bei uns den Herbst bestimmt: die Eingewöhnung im Kindergarten. Die Meisten hier können sich bestimmt vorstellen, was das bedeutet. Vor allem, wenn das Kind zum ersten Mal fremdbetreut wird. Die ersten Tage war ich mir eigentlich sicher, dass ich ab jetzt auch in den Kindergarten gehe. Jeden Tag, mit Karline. So schwer war das Loslassen. Aber jetzt, nach so zwei, drei Wochen ist Licht am Ende des Tunnels zu erkennen und wir sind langsam beide (ja, auch ich) überzeugt davon, dass es die richtige Entscheidung ist.

Aber der Kindergarten bringt nicht nur neue Erzieher und Freunde mit sich, sondern auch, ja was wohl, NEUE KEIME.
Von meinem Bruder wusste ich schon, dass Kindergartenviren selbst den robustesten Mann umhauen können – und so erging es dann auch uns. Eigentlich kratzt es mich nur noch im Hals, die Nase läuft und jedes Mal, wenn man denkt, es wäre vorbei – kommt schon der nächste Schnupfen!
Also klemm ich mir die Maus unter den Arm, kaufe ein Biohuhn und koche das beste nicht vegetarische Rezept gegen Erkältungen: Hühnersuppe!

Und das Allertollste an so einem Rezept? Das Fleisch lässt sich natürlich als Einlage für die Suppe verwenden, aber auch für viele viele weitere Gerichte. Ein Suppenhuhn ist die Mutter aller Meal Prep Gerichte. Weil es so einfach und so vielseitig ist. Da muss ich dann auch spontan mal wieder meinem US-amerikanischen Whole Foods hinterher heulen. In diesem Bio Mekka konnte man sich jeden! Tag der Woche einfach spontan ein perfekt geröstetes Huhn in verschiedenen Würzungen holen. Das kann man dann einfach so mit Gemüsebeilage essen, oder eben in die tollsten Gerichte packen.

Zum Beispiel in Quesadillas. Geschreddertes Huhn aus der Suppe: Perfekte Füllung. Tacos in hart oder weich? Einfach das geschredderte Huhn ein wenig pikant würzen, Salat drunter und fertig. Majo, Mais und Erbsen dazu? Perfekter Hühnersalat auf geröstetem Brot. Wie ihr seht, ich bin Fan!

Und es lohnt sich auch wirklich, ein kostenintensiveres Bio-Huhn zu nehmen: Das Huhn war glücklicher, es ist gesünder, schmeckt besser und man bekommt auch wirklich sehr viel raus. Wenn ich glücklich mit der Suppe bin, entnehme ich das Huhn, bevor es komplett zerfällt und separiere die Brühe vom Gemüse. Ich entferne die Haut, befreie die Karkasse (Knochen) von allem leicht zu separierenden Fleisch und gebe Karkasse, Haut und Gemüse zurück in den frisch mit Wasser gefüllten Topf und koche alles so lange bis eine, in Amerika sogenannte “Bone Broth” also Knochen-Brühe entsteht. Diese fülle ich in Eiswürfelformen und benutze diese, wann immer ich etwas Brühe brauche, zum Beispiel bei Pastasoßen oder als Suppenbasis.

Hier das ganze Rezept für meine liebste Hühnersuppe:

1 Bio-Huhn: 1,200 bis 1,500 kg
1 große Zwiebel
3 Karotten
1 Knoblauchzehe
2 Pastinaken (Petersilienwurzel)
½ Sellerieknolle
1 Lauch
3 Selleriestangen
1 Tomate (alternativ 1 El Tomatenmark)
1 Lorbeerblatt
Salz

Das Huhn gut abwaschen, das Gemüse waschen. Die Zwiebel MIT der Schale (gibt der Suppe eine schöne gelbe Farbe) halbieren. Die Karotten, den Knoblauch, die Pastinaken und die Sellerieknolle schälen und in grobe Würfel schneiden. Den Lauch und die Selleriestangen ebenfalls in grobe Stücke zerteilen. Einen sehr großen Topf (wer keinen großen Topf hat, hat vielleicht einen Bräter) mit kaltem (!) Wasser füllen, salzen und alle Zutaten hineingeben. Das Wasser sollte das Huhn gänzlich bedecken. Den Topf langsam, bis das Wasser leicht köchelt, erhitzen und ca. zwei Stunden sieden lassen. Ab und zu den Schaum, der sich an der Oberfläche bildet, mit einem Löffel abschöpfen.
Das Huhn herausnehmen und die Karkasse von dem Fleisch befreien. Die Karkasse zurück in die Suppe geben und das Fleisch beiseite stellen. Die Suppe weitere 30 Minuten kochen lassen. Die Karkasse entfernen und alles durch ein Sieb gießen. Wie gesagt kann man aus dem übrig gebliebenen Gemüse und den Hühnerknochen einen weiteren Fond kochen, wenn man mag.

Für alle, die lieber auf Fleisch verzichten, recherchiere ich übrigens gerade eine vegetarische Variante!!