Energieeffizienter leben als Familie

19. October 2021 | in Kooperation

Janine haben wir euch ja bereits hier vorgestellt, da hat sie uns erzählt, wie man auf Energieeffizienz beim Bauen achten kann. Heute haben wir Janine mal nach ihren Tipps für ein energieeffizientes Familienleben gefragt. Denn es liegt leider auf der Hand: Je mehr Menschen in einem Haushalt leben, desto mehr Energie wird verbraucht. Und wenn die Mitbewohner dann auch noch Kinder sind, die viel Wäsche produzieren, auf Tablets spielen, fernsehen, das Licht brennen lassen und regelmäßig baden – dann steigt der Energieverbrauch oft ins Unermessliche. Was kann man also tun, um hier wenigstens ein bisschen Kosten und CO2 einzusparen?

“Schritt eins ist natürlich, den Kindern zu vermitteln, was Energie ist und wie oft wir sie im täglichen Leben (ver)brauchen. Augen öffnend fand ich hierbei, nicht nur den Energieverbrauch von uns Vieren schwarz auf weiß zu sehen – nämlich um die 5.000 Kilowattstunden im Jahr – sondern vor allem den gemeinsamen CO2 Ausstoß zu berechnen. Das dauert circa 5 Minuten und ist wirklich ein Gamechanger. Die Größe 5.000 Kilowattstunden lässt sich natürlich auch erstmal nicht so richtig erfassen. Wenn man die aber umrechnet in Beispiele des (kindlichen) Alltags, dann könnte das so aussehen: Beispielsweise produziert zwei Stunden Serien-Streaming ca. 800 Gramm CO2. Das heißt, 4.400 Stunden lang Serien streamen verursacht genauso viel CO2 wie 5.000 Kilowattstunden bei einem klassischen Stromtarif. Mit Ökostrom und einem geringerem Stromverbrauch sieht die Rechnung und damit dein CO2-Fußabdruck auf dieser Welt also direkt ganz anders aus – mehr dazu später.

Zurück zum Strom:: Für jedes Mal den Lichtschalter betätigen, fürs Kochen und so weiter muss Energie aufgebracht werden – und bei uns auch fürs Heizen. Die Wärmepumpe frisst wahnsinnig viel Strom braucht aber dafür kein Gas oder Öl, und ihr großer Strombedarf wird erst in absehbarer Zeit durch eine PV-Anlage gedeckt. Am Ende muss all diese Energie irgendwo herkommen! Und dann finde ich es zunächst ganz wichtig, gemeinsam mit den Kindern der Frage nachzugehen, woher denn diese Energie eigentlich kommt, die wir täglich verbrauchen. Und ob die Energie aus Kohle oder aus Sonne, Wind oder Wasserkraft gewonnen wird, macht eben einen riesigen Unterschied bei den verursachten Treibhausgasen. Im nächsten Schritt können meine Kids auch schon verstehen, dass Energiesparen die Ausbeutung von natürlichen Ressourcen zumindest verlangsamt. Und dass so auch klimaschädliche Emissionen eingespart werden können, also der Klimawandel verlangsamt wird. Zudem sage ich auch immer: das kostet alles Geld! Denn den Kindern ein Verständnis für den Wert von Dingen nahezulegen, ist ja auch nicht falsch. Und wie läuft das dann im Alltag?
Meine Jungs haben das schon ganz gut drauf, sie sind richtige Energiespardetektive! Wenn also abends im Wohnzimmer alle Lichter brennen, machen sie schon mal selbst alle bis auf eins aus und schimpfen mit uns Eltern.

Zudem achten wir im Alltag auf folgende Punkte:

Wäsche

Die meisten Kleidungsstücke kann man zwei Tage lang anziehen. So produziert man weniger Wäsche. Ich lüfte auch Pullover, etc. oft aus. Den meisten Fasern tut häufiges Waschen eh nicht gut. Wir haben zwar einen Wäschetrockner, aber benutzen ihn nur wenn nötig. Gerade im Sommer klappt draußen aufhängen ja auch sowieso viel besser! Und wenn wir im Winter drinnen die Wäsche an der Luft trocknen, haben wir einen angenehmen Luftbefeuchtungseffekt, gerade bei trockener Heizungsluft im Winter eine echte Abhilfe. Wir waschen unsere Wäsche meist bei 30-40 Grad, das reicht völlig und spart Energie. Bereits wenn man die Wassertemperatur von 40 auf 30 Grad Celsius senkt, kann man bis zu 40 Prozent Energie pro Waschladung sparen. Außerdem: Bei Eltern wahrscheinlich eher selten der Fall, aber ich möchte es der Vollständigkeit halber trotzdem erwähnen: Zwei halbvolle Maschinen verbrauchen auch im Spargang mehr als eine volle.

Stromfressende Geräte

Wir versuchen, unseren Kühlschrank nicht pickepackevoll zu frachten. Wenn die Luft darin schlechter zirkulieren kann und auch sobald sich eine Eisschicht bildet, braucht er mehr Energie zum Kühlen. (Anmerkung: Andererseits ist aber auch ein grundsätzlich zu leerer Kühlschrank im Sinne der Energieeffizienz schwierig, da im Verhältnis wieder mehr Energie aufgewendet werden muss, um die wenigen Dinge im Kühlschrank zu kühlen. Ein guter Tipp ist hier zum Beispiel, Getränkeflaschen mit im Kühlschrank zu lagern. Die speichern nämlich gut die Kälte und sorgen so dafür, dass beispielswiese nach dem Öffnen der Kühlschranktür schnell wieder die Ursprungstemperatur erreicht wird.)

Für die Standby-Geräte haben wir Mehrfachstecker mit Schalter. Sobald wir verreisen, ziehen wir die Stecker ganz aus.
Die Ladegeräte für Telefone und Tablets stecken wir immer aus. Vor kurzem habe ich gelesen, dass ein Ladegerät, das dauerhaft am Strom hängt, so viel verbraucht wie ein zweiter Kühlschrank! (Anmerkung: Allerdings bezieht sich diese Rechnung eher auf alte Geräte. Durch die Ökodesign-Verordnung gibt es in immer mehr Produktkategorien strenge Regeln zum Standby-Strombedarf. Das heißt die Geräte verbrauchen gerade in der Summe echt viel Strom, aber das einzelne Gerät immer weniger. (Quelle) Das habe ich den Kids auch erzählt, sie passen seitdem mit auf. Funkknüppel kommen über Nacht nicht in die Ladestation. Mobile Endgeräte brauchen nämlich nur ein paar Stunden, um vollständig aufzuladen. Nicht 8 oder 10. Außerdem versuchen wir, Geräte nicht zu nutzen, wenn sie an das Stromnetz angeschlossen sind. Denn durch die Gleichzeitigkeit dauert nicht nur das Aufladen länger, es kann auch zu einer Überhitzung der Geräte führen, wodurch langfristig der Akku geschwächt wird. Stundenlanges Gezocke auf Computer, iPad und Smartphone frisst Strom. Für mich ein weiterer, guter Grund, das Zocken einzuschränken. Wir haben auch die Regel: wenn der Fernseher läuft, darf kein zweites Gerät benutzt werden. Das hilft mir selbst auch!

Baden und Lüften

Jetzt, wo die Kids größer sind, wird immer öfter geduscht, statt gebadet. Und der Warmwasserverbrauch ist für mich auch ein super Grund, die Kids eher seltener zu duschen oder baden, haha! Im Winter finde ich es auch wichtig, stoßweiße lüften, also für wenige Minuten die Fenster ganz aufreißen, dann wieder schließen, das spart auch Energie im Vergleich zum dauerhaften Kippen. Im Schlafzimmer mag ich es eh kühler, lieber 18° als 21°. Ich zumindest kann dann besser schlafen.

Mobilität

Wann immer es geht, lassen die Kinder und ich das Auto stehen und fahren mit dem Rad oder den Öffentlichen Verkehrsmitteln. Denn auch ein E-Auto braucht enorm viel Strom. (Oder eben eine Verbrenner echt viel Benzin oder Diesel.) Wenn der Strom dann auch noch aus fossilen Quellen stammt, wird die klimagute Absicht ad absurdum geführt.

Und der Stromanbieter!!

Und natürlich, wie ich finde der größte Hebel: Wir haben einen 100% grünen Stromanbieter. Das hat einen irren Effekt. Denn auch ein sparsamer Energieverbrauch verursacht CO2, wenn der Strom aus fossilen Quellen kommt.

Was mir außerdem wichtig ist, zu betonen. Das sind alles kleine Schritte und Punkte, um ein bisschen an der persönlichen Energieuhr zu drehen. Aber: Es soll sich hier bitte
keine(r) gezwungen fühlen, schon wieder etwas oder noch mehr tun zu müssen! Wir Eltern hatten und haben im Alltag eh schon den Kopf voll. Mit ENERGIEEFFIZIENT LEBEN meine ich also NICHT DAS REINE SPAREN! Nein. Ich möchte lieber sensibilisieren dafür, dass wir als Konsument:innen mit unserer Entscheidung Macht haben. Die Macht, uns für fair produzierte und ökologisch sinnige Dinge zu entscheiden. Dazu zählt auch 100% Ökostrom. Das hat einfach wirklich Folgen, wenn die Nachfrage nach “sauberer” Energie steigt, dann denken die Anbieter um. Außerdem haben wir als Wähler:innen die Möglichkeit, uns für eine Politik zu entscheiden, die Druck auf die Unternehmen ausübt bzw. eine echte Energiewende voranbringt. Damit unsere Kinder nicht einen noch höheren Preis für etwas zahlen müssen, für das vorherige Generationen verantwortlich sind.”

Danke, Janine!!

 

Dieser Beitrag entstand in Kooperation mit Polarstern. Polarstern bietet ausschließlich 100 % erneuerbare Energien sowohl bei Strom, als auch bei Wärme (das ist ein Alleinstellungsmerkmal!). Auch Spezialtarife für Elektroautos, Wärmepumpen, Photovoltaikanlagen und Co. gibt es. Immer ist es 100 % nachhaltig erzeugte Energie. Polarstern ist unabhängig, die Gründer sind nach wie vor die Geschäftsführer und halten die große Mehrheit an Polarstern. Die Firma wurde 2011 als Social Business gegründet (auch das ist ein Alleinstellungsmerkmal!) und für ihre fairen Verträge und den tollen Kundenservice wurde Polarstern schon mehrfach als Testsieger ausgezeichnet. Informiert euch gerne unter https://www.polarstern-energie.de

Foto: Lina Grün

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