Don’t do this, don’t do that – Kinder positiv motivieren

10. July 2015 | in Familie | Parenting

Vor ein paar Wochen hatte ich ein Coaching, warum, das verrate ich euch noch! Ich habe in kürzester Zeit so unheimlich viel gelernt, über mich, über die Wirkung von Sprache und sogar über Erziehung. Eine Sache ist mir besonders in Erinnerung geblieben, ich denke genauer gesagt seitdem täglich an sie und deshalb möchte ich euch teilhaben lassen.

Nicht immer so negativ…

Wenn Xaver etwas tut, was ich nicht will (tut er andauernd), versuche ich nicht mehr zu sagen, was ich nicht will. Sondern ich versuche zu sagen, was ich will! Ich versuche, ihn positiv zu motivieren, anstatt ihm das Negative vor Augen zu halten.

Das ist gar nicht so einfach, denn die meisten Kommentare von Eltern sind immer „negativ“ formuliert, wir sprechen alle andauernd darüber, was nicht eintreffen soll.

Wir sprechen das aus, was nicht sein soll und erwarten, dass die Kinder das Gegenteil tun. Dabei funktionieren Kinder noch viel mehr als wir alle über Bilder, Vorstellungen, Gedanken. Das bedeutet, sobald wir den Fall geschildert haben, der nicht eintreten soll, ist er im Kopf des Kindes aber schon präsent. Umso schwieriger, es dann anders zu machen!

Das funktioniert auch bei uns Erwachsenen, wie dieser kleine Test zeigt:

1. Stell dir einen Apfel vor

(…..)

 

Was siehst du?
Einen Apfel. Rot, Grün, klein, groß, verrunzelt oder frisch. Egal – ein Apfel!

 

2. Stell dir keine Palme vor!

 

(…..)

Was siehst du? Eine Palme, oder? Und dann hast du schnel versucht, sie durchzustreichen und gegen irgendwas anderes zu ersetzen.

So geht es den Kindern auch!

 

Dem Kind klar sagen, was von ihm erwartet wird, nicht das Gegenteil

Wenn wir sagen: “Renn nicht auf die Straße!“, aber eigentlich wollen, dass das Kind auf dem Gehweg bleibt.

“Pass auf, dass du nicht runterfällst!”, wenn wir meinen: Sei vorsichtig.

“Wirf deine Jacke nicht auf den Boden!“ , wenn wir meinen: Häng sie bitte an die Garderobe.

Dann ist es doch jedes Mal viel sinnvoller, einfach zu sagen, was man erwartet. Die vielen „Nicht“-Sätze bewirken allzu oft genau das  Gegenteil von dem, was wir erreichen wollten. Wir verunsichern die Kinder durch unser negatives Denken und erreichen unser Ziel noch schlechter.

Ich sage also jetzt nicht mehr: “Schmeiß nicht mit Essen!” sondern: “Konzentrier dich bitte aufs Essen.”

Ich sage nicht: “Hör auf, mich zu hauen!” Ich sage: “Ey, sei mal lieb.”

Ich versuche sogar nicht zu sagen: “Ist nicht schlimm.” sondern: “alles gut!”

Denn wenn ich das Wort schlimm sage, dann habe ich es schon gesagt.
Dann nimmt Xaver “schlimm” auf, auch wenn ich das Gegenteil meine.

Es ist schwerer, als es jetzt klingt, aber ich reiße mich wirklich stark zusammen und ich habe sofort einen Effekt bemerkt. Xaver macht natürlich immer noch andauernd Dinge, die nicht sein sollen, aber ich habe zumindest das Gefühl, wenn ich ihm auf diese posititve Art und Weise erkläre, was sein soll, kommt es eher an.

Was meint ihr? Macht das Sinn?

Foto via Scary Mommy

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