Deos ohne Aluminium – unser großer Test

01. August 2014 | in Food & Beauty

Processed with VSCOcam with m3 presetSeit Monaten, ach was seit Jahren, rauscht das Thema durch die Presse: Deodorants mit Aluminiumsalzen sollen Krebs und Alzheimer verursachen. Wer weiterlesen will: hier ein Zeit-Artikel, und eine Arte-Doku. Mich hat das ehrlich gesagt lange Zeit nicht interessiert. Ich war meinem (Alu-)Deo treu, es garantierte mir Stinkefreiheit, und selten Schweißfleck-Gefahr. Erst als ich ein Baby bekam und stillte, wurde ich wieder damit konfrontiert: Es kann doch nicht gut sein, das kleine Würmchen so nah an einer Aluminium-Quelle zu haben (und das war meine Achselhöhle nun mal). Ich begab mich also auf die lange Suche nach einem aluminiumfreien Deo, mit dem ich mich wohlfühlte. Und wurde erst mal herb enttäuscht. Die bösen Aluminumsalze schienen einfach wirklich das Einzige zu sein, was gegen Schweißbildung- und geruch half. Zusätzlich erschwerdend kam hinzu, dass ich das Gefühl hatte, in der Stillzeit ganz besonders stark zu schwitzen (hallo, Hormone!), und aufgrund der nicht gerade unstressigen Tage mit meinem Baby, war ich auch vor Stress-Schweiß-Attacken nicht sicher. Und Stress-Schweiß, genau wie alter Schweiß, der riecht bekanntlich nicht sonderlich gut.

Ich blieb am Ende bei der Deo-Creme von Wolkenseifen hängen, hier überzeugten mich der Geruch und die Wirkung, wenn ich mich auch an das “Auftragen” erst gewöhnen musste. Das Ganze ist eine Deo-Creme, die man mit einem Spachtel aufträgt. 7,50 für 50 ml sind völlig ok, denn die kleine hübsche Dose hält wirklich ewig. So ganze rückständefrei blieb es aber nicht, für mich also eher ein Winter-Deo. Denn weiße Brösel unter den Armen… Nun ja.

Jetzt sind die Wolkenseifen alle, und ich habe mich weiter auf die Suche begeben.

Mein Fazit: es geht. Aluminiumfreie Deos wirken aber anders als herkömmliche. Sie setzen mehr auf Geruch, denn auf Verstopfen. Man sollte den Duft des Deodorants der Wahl also wirklich mögen. Und: Sie reizen die Haut oft deutlich stärker. Alkohol, Duftstoffe, etc. führen bei vielen (z.B. bei mir) vor allem nach dem Rasieren zu Pickelchen und Ausschlag. Experten raten dazu, abends zu rasieren und morgens zu deodorieren, sprich nicht direkt nach dem Rasieren das Deo drauf. Ist mir zu anstrengend ehrlich gesagt. Ich brauchte etwas sanftes, wirkungsvolles, gutriechendes, das keine Rückstände hinterlässt! Ich habe VIELE ausprobiert…. Hier meine Testergebnisse:

Salbei-Zerstäuber von Alverde. Der Geruch nach Salbei ist gar nicht meins. Außerdem brannte es ganz schön unter den Armen, wenn auch Pickelchen im Laufe des Tages ausblieben. Wirkung OK, erst am Abend muffelte es durch. Trotzdem nicht meins, aber: eine sehr günstige Alternative!

Weleda Citrus-Deodorant. Riecht herb nach Zitrone, typisch Weleda. Ich mag das Duschgel und die Body-Lotion, das Deo hat mich leider nicht überzeugt. Führte zu Extrem-Hautreizung und der Duft mischte sich schnell mit unangenehm säuerlichem Schweißgeruch… Als Raumerfrischer würde ich es aber empfehlen! 5,95 Euro für 30 ml.

Deo-Creme von Soapwalla. Darauf schwören viele Blogger, unter anderem Hannah und Ari. Ich habe das Gefühl, es kommt den Wolkenseifen ziemlich nah… Deo-Creme, die auch gerne mal weich wird im Sommer, frischer Geruch und 14,95 Euro für 60 ml. Hält aber, laut Ari, auch wieder richtig lange. Und wirkt!

Granatapfel Deo-Stick von CD. Ein günstiges Deo aus dem Drogeriemarkt. Mich haut der Geruch leider nicht von den Socken, aber viele schwören darauf. Die Wirkung war gut, und tatsächlich hat auch meine Haut ihn gut vertragen.

Korres Deodorant Equisetum. Hat Marie getestet! Das alkoholfreie Deo funktioniert gut und riecht sehr angenehm subtil, leicht süßlich-herb. Der Equisetum Extrakt (Schachtelhalm) soll die Haut pflegen.  Kostenpunkt 11,90 Euro. Die Verpackung hat ein hübsches Design, leider ist es nach einem guten Monat auch schon aufgebraucht, also ein recht teurer Spaß. Es hinterlässt aber so gut wie keine Deoflecken.

Rosenblüten Deomilch von Dr. Hauschka. Riecht nach der Rosencreme von Dr. Hauschka, ein bisschen öko, mir geht der Geruch oft nach einer Weile auf den Wecker. Die Milch ist sanft zur Haut, aber sie ist eben eine Milch. Hinterlässt also durchaus Spuren. Ich roch den ganzen Tag nach Rose, habe ein paar Mal nachgerollt, kann die Wirkung aber bestätigen! Für mich jedoch eher ein Winter-Deo, wegen der gelblichen Rückstände, und der Geruch… Den muss man eben wirklich mögen. 11,99 Euro für 50 ml

Sensitiv Deo Roll on von Logona. Zarter Aloe- und Vanille-Geruch und eine milchige Konsistenz. Den Geruch fand ich angenehm und tatsächlich hielt das Wort “sensitiv” sein Versprechen: keine Hautreizungen weit und breit. Die Wirkung: so mittel. Ich musste den Tag über mehrmals nachrollen. Mit der Zeit wurde es besser. Trotzdem einer meiner Favoriten. Ca. 5,95 Euro für 50 ml

Aesop Déodorant. Ein Spray! Obwohl ich eher der Roller-Typ bin, hat mich Aesop total überzeugt. Den Geruch muss man mögen, ich mag ihn. Vetiver, Sandelholz, typisch Aesop. Wirkung war auch top, auf das Spray reagierte meine Haut etwas irritiert, beruhigte sich aber schnell wieder. Den ganzen Tag kein unangenehmer Geruch, stattdessen eher das Gefühl, ein neues Parfüm zu tragen. Ich bin Fan! Einziger Nachteil: 27 Euro für 50 ml. Das geht schon ganz schön ins Geld auf Dauer.

Lavera Fresh Deo Spray Milch und Honig. Riecht süßlich, aber ganz angenehm. Und trotz Spray hatte ich keine Hautreizungen! Jedoch hat mich die Wirkung nach kürzester Zeit verlassen… Und ich hatte es nicht dabei, um nachzusprühen. Ein unangenehmer Tag!

Primavera Frischedeo Ingwer-Limette. Der Geruch ist frisch und zitronig, ein bisschen ätherisch, aber sehr angenehem. Auch von der Wirkung war ich überzeugt! Kein Schweißgeruch den ganzen Tag. Dafür hinterließ der Stick einen klebrigen Film auf der Haut. Und ich reagierte mit Hautreizungen und Brenn-Gefühl. Also leider nichts für mich. 9 Euro für 50 ml.

Ein paar Dinge habe während der Suche übrigens für mich herausgefunden:

– Aluminium verstopft die Poren, man schwitzt also unter den Achseln weniger. Jedoch: viele machen die Erfahrung, dass der Schweiß dann an anderen Stellen “herausströmt”. Auch ich habe diese Erfahrung gemacht, und Schweißflecken am Busen sind ja nun genauso doof, wie unter dem Arm. Ein klarer Grund, den Schweiß einfach zu akzeptieren, oder? Ich kenne sogar Beispiele, von Freunden, die sich die Schweißdrüsen unter den Armen veröden ließen (ja, das kann man machen… ist aber sehr teuer) Einer berichtete, seitdem schwitze er dafür extrem stark auf dem Rücken. Also: Schwitzen ist gesund und gehört nun mal zum Mensch dazu. Auch unter den Armen. Und wenn man den Körper austricksen will, dann sucht er sich oft ein Hintertürchen….

– Die Psyche spielt eine große Rolle. Vertraue ich meinem Deo, komme ich schon mal nicht in den Panikmoment, es könnte versagen. Weniger Stress, weniger Schweiß, weniger Geruch. Ähnliches gilt für die Kleidung: wenn ich eine graue Seidenbluse anhabe, schwitze ich zu 100% viel mehr, als mit einem weißen, losen T-Shirt. Ich vermeide also mittlerweile Kleidung, die mich in Schweißflecken dastehen lassen könnten. Und: Naturfasern helfen auch. Polyester-Oberteile muffen wesentlich schneller als Baumwolle.

– an Tagen mit Meetings, Präsentationen – da krame ich nach wie vor meinen Alu-Klassiker hervor. Sicher ist sicher….

Habt ihr auch Erfahrungen gemacht? Welche Deos sind eure Favoriten?

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