Carrier für Säuglinge – welcher ist der Beste?

04. June 2013 | in Familie
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Ich wünschte ja, ich hätte das mit dem Tuch besser drauf. Habe ich aber nicht. Als ich unsere Fotografin Yvonne wenige Tage nach der Geburt mit ihrer kleinen Tochter im schick geschnürten Tuch sah, war ich regelrecht neidisch. Das sah so easy und bequem aus! Ich probierte es immer wieder, aber nach ein paar Minuten Herumschnüren und -wickeln war ich immer genervt und der Kleine schrie. Also begann ich schon nach ein paar Wochen, ihn in eine Tragehilfe zu packen. Viele sagten: zu früh! Ich habe es dennoch getan, es war einfach die angenehmste Methode, ihn herumzutragen. Und er war nie ein Fan vom Kinderwagen, vom Liegen generell. Natürlich habe ich aber versucht darauf zu achten eine gesunde Mischung aus Liegen und Tragen zu schaffen. Vor allem aber habe ich mir mehrere Carrier angeschafft, denn nicht jeden mochte mein Sohn gleich gerne und nicht über jeden hatte ich Gutes gehört.

Welcher ist nun also der beste? Wie so oft gibt es darauf keine konkrete Antwort. Jedes Baby ist anders, jede Mama hat andere Wünsche und Bedürfnisse. Marie bevorzugt am Ende des Tages den Manduca (wegen der Kaiserschnitt-Wunde konnte sie aber erst später mit der Tragehilfe anfangen und benutzt hauptsächlich noch eine Tragetuch mit Klettverschluss, das man sich schräg über die Schulter hängt), ich den ErgoBaby. Wir beide finden auch den BabyBjörn ziemlich praktisch und wenn unsere Söhne größer sind, werden wir ihn sicher auch benutzen. Der Bondolino ist irgendwie eine gute Mischung aus allen Carrieren und dem Tragetuch. Was die ergonomischen Details angeht, habe ich hier nur Laien-Wissen aufgeführt, wir werden aber in Bälde ein Interview mit einer Ostheopathin machen, die uns dazu noch mal was sagen wird.

Alle Modelle wachsen mit, können von ganz am Anfang bis zu 20 kg und sowohl auf dem Bauch, als auch auf dem Rücken getragen werden. Trotzdem unterscheiden sie sich in Details. Hier sind unsere “Testergebnisse”:

Der Bondolino ist aus dem Stoff eines Tragetuchs gefertigt und passt sich dadurch dem Baby super an. Es sitzt außerdem in der empfohlenen Spreiz-Anhockhaltung, die eine gesunde Hüftentwicklung fördern soll. Man braucht keinen Neugeborenen-Einsatz, und der Bondolino ist auch wirklich leicht zu binden. Mir war das aber nichts, diese langen Schlingen um die Hüften sahen irgendwie doof aus! Bei meinem Freund ist es weniger schlimm, weil er einfach größer ist. Ein großer Pluspunkt: Die Tasche! In die passen Handy, der Schlüssel und ein kleiner Geldbeutel. Fazit: Super funktional und angenehm, nur optisch nicht so ganz mein Fall. Vielleicht eher ein Männer-Carrier? Von Hoppediz gibt es für später (ab ca. 4 Monate) dann auch den Hop-Tye, der wirklich wie ein Tragetuch ist, nur einfacher zu handhaben.

Die ManducaTrage ist hier in Berlin der Klassiker. “Manduca” ist in den einschlägigen Vierteln eigentlich zum Synonym für Tragehilfen geworden. Kein Wunder: Alles Bio und ziemlich clever! Das Obermaterial besteht aus Hanf und Bio-Baumwolle. Auch hier ist kein Einsatz nötig, die Manduca hat einen integriertem Sitzverkleinerer. Man knöpft ihn wie eine Hose um das Baby, dann sitzt es richtig in M-Position. Mit einem Reißverschluss kann man die Trage später verkürzen, wenn das Baby größer ist und keine Kopfstütze mehr braucht. Der Sonnenschutz schützt auch vor zu vielen Reizen, kleine Babys schlafen in der Manduca meist schnell ein. Optisch ist sie aber nicht gerade ein Hingucker, auch die Farbkombinationen wirken ein wenig eingestaubt, die Black-Edition ist aber ganz schick.

Der Hollywood-Star unter den Carriern ist definitv der ErgoBaby. Gisele Bündchen hat einen, Natalie Portman auch. Ich muss sagen, ich bin auch Fan. Für Neugeborene packt man die Babys auf einen Neugeboreneneinsatz, der ist wie ein Kissen und anscheinen richtig bequem. Bei uns war der Ergobaby der Einzige, in den sich Xaver wirklich immer ohne Meckern packen ließ, auch weil er mit dem Einsatz und ohne Sonneschutz ein bisschen kucken kann. Außerdem hat auch dieser Carrier eine Tasche, die einfach praktisch ist. Habe mich sogar schon mal nur mit Handy, Schlüssel, Geldbeutel, einer Windel und einer Mini-Packung Feuchttücher aus dem Haus gewagt – passt da alles rein. Einziges Manko: Es bedarf wirklich einiges an Übung, ihn ohne Hilfe anzuziehen, zumindest mit dem Einsatz.

Die Baby-Björn-Babytragen werden ja oft kritisiert, weil die Haltung vor allem für ganz Kleine nicht so optimal sein soll (dabei war für mich Baby Björn Synonym für Carrier!). Die Beinchen hängen herab und sind nicht in der Spreiz-Stellung. BabyBjörn hat reagiert: Die ONE-Trage ist jetzt so gestaltet, dass man die Beinchen der ganz Kleinen wie ein M reinklemmen kann. Abgesehen davon sind die BabyBjörns einfach unschlagbar wenn es um die Praktikabilität geht. Kein Carrier ist einfacher zu bedienen und anzuziehen. Egal ob klassischer BabyBjörn (die ganz einfache Variante ist aber nichts für schwache Rücken!) oder ONE: vielleicht ergonomisch nicht der Allerbeste, dafür aber superpraktisch und auch optisch eine Eins! Manko: Keine Tasche und kein Sonnenschutz.

Jetzt habt ihr die Qual der Wahl!

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