Bookreview: Mama muss die Welt retten

10. October 2013 | in Familie | Medien

Man kennt sich ja unter den Berliner Netz-Mums und so sind uns die Autorinnen Caroline Rosales (vom Stadt Land Mama Blog) und Isa Grütering (Hauptstadtmutti) natürlich keine Unbekannten. Caro und ihren Sohn Maxime haben wir hier sogar schon mal porträtiert.

Nun haben sich die beiden zusammengetan und ein Buch geschrieben. Es ist nicht Carolines erstes Buch, sie hat uns schon vor einigen Monaten, als wir beide noch ziemlich schwanger waren, mit “Ich glaub mich tritt ein Kind” verzückt (zusammen mit Lisa Harmann). Ihr luftig-leichter, amüsanter Schreibstil macht Spaß und sorgt auch bei “Mama muss die Welt retten” dafür, dass sich das Buch schnell wegliest.

“Mama muss die Welt retten” ist eine autobiografische Erzählung und Ratgeber zu gleich. Caroline schildert ihre Erfahrungen als Neu-Mama und stellt dann mehrere Mütter vor, die ihre Karriere quasi “vom Wickeltisch aus” geplant haben. Am Schluss jedes Kapitels folgen praktische Tipps. Wie gründe ich ein Café? Was muss in den Businessplan? Sogar Tipps für ein erfülltes Leben sind zu finden. Die gut zusammengefassten Einstiegshinweise sind praktische Anregungen, detaillierter zu werden, würde wahrscheinlich den Rahmen des Buches sprengen.

Caro und Isa schauen sehr oft über den großen Teich, sprechen von einer Mompreneur-Bewegung, die dort startete und nun auch in Deutschland Fuß fast. Liegt das daran, dass die USA uns schon wieder einen Schritt voraus sind? Oder könnte man doch auch einen Blick in andere Länder wagen?

Caro betont auffällig oft, dass sie für eine große Berliner Tageszeitung arbeitet und bei der Vorstellung des Buches vor einigen Wochen in Berlin wurde immer wieder davon gesprochen, dass man mit Blogs Geld verdienen kann (jaaaa, wirklich!). Woher kommt der Druck zur ständigen Selbst-Affirmation? Auch der Begriff Mompreneur wird nicht kritisch hinterfragt. Warum ist man als Mutter nicht einfach Entrepreneur, sondern muss noch betonen, dass man auch Mutter ist? Das klingt allzu oft nach: Ich bin zwar eine Mutter, aber kann trotzdem ganz viel! Sollte es nicht eher heißen: Ich bin Mutter und kann (deshalb) viel/alles!

Das Buch ist aber eine unterhaltsame Inspiration und in der turbulenten Zeit der Schwangerschaft und des ersten Mal Mama-Sein vermittelt es ein warmes, schönes Mama-Gemeinschaftsgefühl. Die Message ist: Dein Leben ist mit Kind nicht vorbei, es fängt gerade erst richtig an! Und das ist schön und gut zu wissen, gerade wenn man verunsichert ist und mit Kugelbauch der Zukunft entgegen schaut.

 

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