Blogger-Sommer: Sophie von Berlin Freckles über das Leben mit drei Kindern

06. August 2014 | in Alltag | Familie

Ach, die Sophie von Berlin Freckles. Sie ist eine, die immer gut gelaunt ist, immer frisch und strahlend aussieht, und die einfach so viel positive Mama-Energie austrahlt, dass man sich anstecken lassen muss.

Und das Ganze wirkt auch noch so echt und unaufgesetzt – die Frau hat einfach die richtige Einstellung! Neben einem Job im Kommunikationsbereich schaukelt sie erfolgreich DREI Blogs. Als ich sie letzten Winter traf, war sie gerade mit Kind Nr. 3 schwanger und prophezeite strahlend: Wenn ich zwei schaffe, werden drei ja wohl kein Problem sein. Jetzt, mit Baby-Töchterchen auf dem Arm, sieht es so aus, als sei das auch so. Aber wie isses denn nun wirklich, wenn man zu fünft ist?

Liebe Sophie, zwei Kinder sind ja schon eine Ansage, wie ist es so mit drei?

In einem Wort? Überraschend!
Und zwar auf vielerlei Art und Weise. Manchmal bin ich schon überrascht, wie herausfordernd tägliche Routinen geworden sind. Zwei Wochen nach der Geburt dachte ich, dass ich es locker schaffen würde, jeden Morgen meinen Sohn zur Schule und meine Tochter in den Kindergarten zu bringen. Aber nach nur ein paar Tagen war klar, dass das mit einem Neugeborenen nur unter großem Stress zu machen ist. Schließlich beginnt die Schule pünktlich 8 Uhr, egal ob die kleine Babyschwester mal eben noch die Windel voll macht oder unbändigen Hunger hat, wenn man eigentlich das Haus verlassen will. Mein Mann und ich haben das jetzt aufgeteilt. Ich bringe nur noch meine Tochter in den Kindergarten und das ist für uns alle entspannter.

Andererseits ist es auch wirklich überraschend toll, wie selbständig und umsichtig meine „Großen“ geworden sind, seit ihre kleine Schwester da ist. Sie sind als Trio einfach goldig. Ich weiß, dass das sicher nicht von Dauer ist und hier auch mal die Fetzen fliegen werden, aber im Moment ist es einfach nur schön. Einmal hörte ich aus der Küche die Kleine auf ihrer Babydecke weinen. Kurz darauf war Stille. Als ich nachsah, lagen die beiden neben ihrer kleinen Schwester. Sie hatten ihr den Nuckel gegeben, hielten Händchen und lasen ihr aus einem Bilderbuch vor. Keine zwei Minuten später war sie eingeschlafen.
Ich versuche, solche Momente ganz bewusst zu genießen und mich daran zu erinnern, wenn mal wieder nicht alles so leicht geht.

Wenn man die Neugeborenen-Phase zum dritten Mal macht, ist man dann schon ein Routinier? Oder ist man immer wieder überrascht, auch weil jedes Baby anders ist?

Ich habe in der Schwangerschaft des öfteren den gut gemeinten Spruch gehört: „Das Dritte wird so nebenbei groß“. Das erlebe ich bis jetzt aber ganz und gar nicht so. Zum Glück. Wer will schon ein Nebenbei-Kind? Ja, in vielen Dingen bin ich routinierter geworden. Meine Jüngste hält zum Beispiel tagsüber nicht viel vom Schlafen. Mehr als eine halbe Stunde ist nur drin, wenn ich mich mit ihr zusammen schlafen lege. Darauf habe ich mich eingestellt, denn ihre Geschwister waren genauso.

Bei all den Dingen, in denen sich meine Kinder ähneln, bin ich aber immer wieder fasziniert, welche individuelle Persönlichkeit doch in jedem steckt und welche unterschiedlichen Bedürfnisse sie haben. Meine Kleine kann zum Beispiel besser einschlafen, wenn ich ihr ein Mulltuch übers Gesicht lege. Es hat eine Weile gedauert, bis ich das herausgefunden hatte.

Du siehst immer SO gut aus, hast du ein Geheimnis? Was ist deine Beauty Routine und wie machst du es mit dem Duschen morgens und deiner Tochter?

Danke, danke, danke! Das ist ein tolles Kompliment. Aber um ganz ehrlich zu sein, stimmt das gar nicht. Ziemlich oft sehe ich einfach ziemlich, nun ja, „zweckmäßig“ aus: Haare zusammen gebunden, Tagescreme aufs Gesicht, Jeans, stilltaugliches Oberteil, bequeme Schuhe und los! Ich versuche aber möglichst oft, mindestens ein Highlight zu setzen. Allein roter Lippenstift wirkt schon Wunder! Ich habe auch meine Accessoires zu schätzen gelernt. Ein auffälliges Tuch oder eine Tasche in einer tollen Farbe sind schnell zur Hand und keiner schaut mehr auf die Augenringe, die davon zeugen, dass die Nacht wieder mal unterbrechungsreich war.

Ich schwöre übrigens auf das kleine Nickerchen am Mittag, wenn es sich einrichten lässt. Diesen Luxus werde ich nicht immer haben. Deswegen genieße ich das umso mehr. Und was das Duschen betrifft: Auch hier gibt es diesen unerklärlichen, kosmischen Zusammenhang, der bewirkt, dass meine kleine Maus gerade dann aufwacht und weint, wenn das Shampoo im Haar ist. Will ich also mal die Dusche oder gar ein ausgiebiges Bad genießen, dann verlege ich das Ganze besser auf den Abend.

Ihr wart ja auch immer viel unterwegs, ganz ehrlich: mit drei Kindern Touren, Ausflüge und Reisen zu machen, ist jetzt schon ein ganz schöner Kraftakt oder?

Kraftakt ist genau das richtige Wort, denn ich merke allein schon am Gepäck, dass wir jetzt zu fünft sind und die Sachen der Kinder auch immer mehr Platz brauchen. Ich glaube, ich werde mich mal bei den Backpacking-Profis umhören müssen, wie man sein Gepäck noch mehr minimieren kann.
Wenn ich mit den Kindern allein unterwegs bin, schwöre ich auf meine Babytrage. Manchmal ist es einfach so wichtig, zwei Hände frei zu haben. Und ich kann nur den Tipp geben, unterwegs gezielt andere um Hilfe zu bitten, wenn man mit der Bahn oder dem Flugzeug reist.
Bei Ausflügen überlegen wir vorher genau, ob Anfahrtsweg und Ziel im richtigen Verhältnis stehen. Manchmal lohnt es sich auch, ein wenig umzudenken. Flüchten mal wieder alle gleichzeitig aus der Stadt Richtung Badeseen, weil es so heiß ist, dann kann ein Museumsbesuch wunderbar entspannend sein. Klimatisierte Räume, keine Warteschlangen und ein Eis lässt sich sicher auch irgendwo auftreiben.

Deine liebste Sommer-Destination mit Kindern rund um Berlin?

Tja, ehrlich gesagt suche ich die gerade noch. Jetzt, da wir wieder mit Baby unterwegs sind, aber auch noch zwei Kinder im Alter von drei und sechs Jahren dabei haben, treffen mitunter ganz verschiedene Ansprüche aufeinander. Immer wieder schön ist es auf jeden Fall in Eberswalde mit seinem Familiengarten. Für Abkühlung sorgt ein Wasserspiel mit vielen Fontänen, die direkt aus dem Boden kommen. Auch der Zoo dort ist sehr schön. Sehr gut gefällt mir und den Kindern auch der Schlosspark Oranienburg. Dort gibt es eine schön angelegte Plansche mit Wiese und Sandfläche, die zum Teil auch Überdachungen für schattige Plätzchen hat. Ich habe mir auf jeden Fall vorgenommen, jetzt in meiner Elternzeit das Brandenburger Umland (wieder neu) zu entdecken. Ich glaube, ich mache eine neue Rubrik im Blog dazu auf: „Stadtmama auf Abwegen“ oder so.

3 Blogs, 3 Kids und da gab’s auch noch einen Job, oder? 

Quasi zu jedem Kind ein Blog, wenn man so will. BerlinFreckles.de war mein erstes Blog-Baby. Dann kam NetWorkingMom.de dazu. Ganz neu ist FashionMAMA.de, wobei ich die Domain schon lange registriert hatte ohne ganz zu wissen, ob und wofür ich sie mal nutzen würde.
Gefüttert werden alle Blogs aber nur als Hobby. „Virtuelle Belanglosigkeiten als Hobby“ ist der Titel eines Beitrages dazu auf meinem Blog. Ich arbeite bei der FRÖBEL-Gruppe als Referentin für Kommunikation in einem tollen Team und das viel zu gern, um es für das Bloggen aufzugeben. Manchmal gibt es Zeiten, in denen ich seltener etwas veröffentliche. Das ist nicht so gut für die Besucherstatistik, aber durchaus gut für mich. Denn es bedeutet ja auch, dass hier gerade im Leben 1.0 ganz viel passiert.

Danke, Sophie!

PS: Auf dem Bild sind nur 2 von 3 zu sehen – ein Familienbild mit den dreien gibt es noch nicht! Wird nachgereicht 🙂

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