Alle sprechen über einen Film: Alphabet

05. December 2014 | in Familie | Gesellschaft | Parenting

Obwohl die meisten meiner Freunde Kinder haben, die noch nicht im Schulalter sind, kommt immer wieder dieses Thema auf. Was wollen wir für unsere Kinder und deren Zukunft, welche Grundschule soll es werden, und danach? Meine Kreuzberger Freunde sorgen sich natürlich besonders, wegen des schlechten Rufs der Grundschulen hier. Auf der anderen Seite sind sich alle einig, dass nichts besser wird, wenn die Kinder mit Akademiker-Background ausnahmslos in Privatschulen landen.

Selbstständigkeit und Zurückstellung

Ich persönlich hätte auch total gerne, dass Xaver schon früh alleine (oder mit Freunden zusammen) in die Schule gehen kann. Ich selbst habe das von der ersten Klasse an getan und glaube, die Selbstständigkeit war unheimlich gut und prägend für mich.

Manche stehen jetzt schon kurz vor der Entscheidung: Schule mit fünf, oder mit sechs, oder gar mit sieben? In Berlin ist es Usus, dass Kinder mit 5 Jahren eingeschult werden. Bei mir im Freundeskreis sehen das ausnahmslos alle sehr kritisch. Die meisten wollen ihren Kindern, wenn möglich, die Kindheit verlängern und beantragen Zurückstellung.

Zerstörte Kindheit?

Und immer kommen wir in unseren Gesprächen auf diesen Film zu sprechen: Alphabet. Zerstören wir die Kreativität und das Potential unserer Kinder durch ein zu leistungsorientiertes Schulsystem? Geht das alles nicht schon mit der verplanten Kindheit los, jeden Tag ein Kurs, Sport, Instrumente, am besten noch eine Fremdsprache? Damit haben wir uns ja vor kurzem schon auseinandergesetzt.

Zu Recht wird der Film auch kritisiert, da er fast nur mit Extrem-Positionen arbeitet. Können Menschen, die überhaupt nicht zur Schule gegangen sind, Vorbilder sein? Ich meine: wie realistisch ist das denn… Dennoch regt er zum Denken an, er bringt sicher viele Eltern dazu, das “Mein Kind soll das Beste werden” -Denken noch mal zu überdenken.

Sich Gedanken machen

Deshalb kann ich ihn allen Eltern wirklich ans Herz legen. Er regt einfach zum Denken an. Und egal, wofür man sich dann am Ende entscheidet, es ist gut, sich Gedanken zu machen, sich über Alternativen zu informieren, um am Ende eine gute Lösung für das eigene Kind zu finden. Denn Kinder sind unterschiedlich, auch hier gibt es wieder nicht “den einen Weg”. Und wenn sich wirklich irgendwann etwas ändern soll, in unserem Bildungswesen… Dann muss sich erst mal was in den Köpfen tun.

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