Das Besondere im Alltag greifen Yara Jentzsch Dib mit Pan .

Oh, Yara! Eine von diesen Frauen, in die wir uns ein bisschen verliebt haben während des Shootings. So eine warmherzige Ausstrahlung, immer ein Lächeln im Gesicht, tausend Interessen und Talente – und diese Haare… Seit knapp eineinhalb Jahren ist die Halb-Brasilianerin jetzt auch Mitglied im Club der Mamas. Nicht ganz geplant, aber doch gewünscht. Mit ihrem Sohn Pan und ihrem Freund Richard lebt sie mitten in Neukölln. Dort hat sie auch den neuen City Tour von Baby Jogger ausgeführt. Der ist ein treuer Begleiter der kleinen Familie, vor allem während der vielen Reisen, die sie zusammen machen. Warum, weshalb? Das und noch viel mehr erzählt uns Yara im Interview.

Liebe Yara, erzähl doch bitte kurz woher du kommst!

Ich bin Yara, 30 Jahre alt und geboren bin ich São Paulo. Mein Vater Ricardo hat Indio-libanesischen Wurzeln und meine Mutter Sabina kommt aus der ehemaligen DDR. Ich bin mit 12 Jahren gemeinsam mit meiner Mama und meinen zwei jüngeren Brüdern nach Berlin gezogen. Dadurch dass ich meine Kindheit abwechselnd auf zwei Kontinenten verbracht habe, waren und sind bis heute beide Sprachen und Kulturen in meinen Leben präsent und ich fühle mich auch an beiden Orten so richtig heimisch!

Erziehst du deinen Sohn also auch zweisprachig?

Pan wächst zweisprachig auf, ja. Ich spreche ausschließlich Portugiesisch mit ihm. Auch die Bücher und Lieder, die ich mit ihm lese und höre sind auf Portugiesisch. Am Anfang war das noch ein bisschen ungewohnt für mich. Ich musste lernen, im Alltag schnell zwischen deutsch und portugiesisch zu wechseln, weil ich natürlich weiterhin mit meinen Freunden und den Menschen auf der Straße deutsch spreche. Nur eben nicht mit Pan. Inzwischen klappt das aber richtig gut und ich kann mir gar nicht vorstellen, mit ihm deutsch zu sprechen. Das hört sich vielleicht seltsam an, aber es würde sich total fremd anfühlen. Deutsch lernt er von seinem Papa und seinem restlichen Umfeld.

Erzähl mal ein bisschen was über dein Leben vor dem Kind.

Das war eine aufregende Zeit, in der ich alles mitnehmen wollte und auf nichts verzichten konnte. Ob beruflich oder in meiner Freizeit. Ich habe bei einer Produktionsfirma gearbeitet und bevor ich angefangen habe zu studieren, eine Schauspielausbildung gemacht. Ich war viel unterwegs, in Berlin oder auf Reisen. Ich würde sagen, ich war eher ein Nachtmensch als ein Tagesmensch. Inzwischen ist es andersherum. Ich bin viel ruhiger geworden. Muss nicht mehr überall mitspielen. Es ist irgendwie richtig erleichternd, dass ich mittlerweile bewusster entscheiden kann, und dass ich mein Potential und meine Schwächen besser einschätzen kann.

Wolltest du immer Kinder?

Ja, der Wunsch war schon immer da. Ich bin in einer großen Familie aufgewachsen und habe es geliebt. Als ich erfuhr, dass ich trotz Verhütung schwanger bin, war sofort klar: ich werde das Kind bekommen. Pan ist nämlich kein “Wunschkind” im klassischen Sinne. Ich hatte die Spirale erst seit einem Jahr eingesetzt und somit überhaupt nicht damit gerechnet. Meine Frauenärztin sagte mir damals ich sei das berühmte eine, kleine Prozent.

Heute bin ich so glücklich über diese Fügung des Schicksals. Wie gesagt, durch Pan bin ich entspannter geworden, er hat mich geerdet. Auch mein Verhältnis zur Zeit ist anders geworden, ich bin gegenwärtiger.

Was hat dich überrascht am Mama-werden?

Mama zu werden an sich hat mich völlig überrascht! Das ging los bei der Tatsache, schwanger zu sein. Ich war so positiv überrascht, dass ich erst mal darauf klar kommen musste. Aber als ich es realisiert hatte, habe ich alles genossen. In vollen Zügen! Das Timing war gut, alles hat gepasst und ich hätte es mir nicht besser wünschen können. Auch im Nachhinein betrachtet haben Richard und ich diese Zeit bewusst genossen, wohlwissend, dass es die letzte Zeit zu zweit sein wird. Wir waren in Vietnam, Brasilien und sind in eine größere Wohnung gezogen. Ich fand es toll, schwanger zu sein, habe meinen Bauch nie so schön gefunden.

Reist ihr jetzt auch viel mit ihm und wie läuft das?

Ja, das Reisen bereitet Richard und mir schon immer die größte Freude. Es ist unsere Inspirationsquelle und wir lernen wir uns auf Reisen immer wieder selbst neu kennen. “Pan hat sich uns als Eltern ausgesucht und damit unseren Lebensstil” – das haben wir uns während der Schwangerschaft immer wieder gesagt. Wir wollten ihn also gerne einfach überall mitnehmen. Beim Reisen klappt das bisher super. Wir reisen viel und gerne mit ihm. Natürlich haben wir ihn erst kennengelernt und uns Zeit gelassen, als Familie zu wachsen. Die erste große Reise haben wir gemacht, als er zwei Monate alt war, gleich nach Brasilien. Er machte von Anfang an beeindruckend gut mit. Wir erklären ihm immer, was wir machen, damit er weiss was um ihn passiert. Mittlerweile habe ich das Gefühl, er weiss schon bescheid, wenn ich die Koffer auspacke. Letztens habe ich Flohmarkt gemacht und die Koffer aus der Kammer geholt. Er hat sich rein gesetzt mit einer freudigen Erwartung, als würden er wieder verreisen wollen!

Wie unterstützt euch der Baby Jogger City Tour, was magst du an ihm?

Ganz wichtig ist für uns die Schlaffunktion, sowohl auf Reisen als auch im Alltag. Die vielen Eindrücke machen müde und oft schläft Pan unvorhersehbar ein. Insbesondere in einem anderen Land, wo sich auch der Rhythmus mal anders einstellt. Es ist für uns beruhigend zu wissen, dass er unterwegs seine Ruhephasen haben kann. Auch im Alltag in Berlin ist das für mich wichtig – Pan kann auch mal dort seinen Mittagsschlaf machen, was im Sommer ziemlich toll ist, weil ich dann nicht nach hause muss. Außerdem kann man den Wagen im Flugzeug mit ins Handgepäck nehmen, das ist so toll – Pan kann bis zum Ende drin sitzen bleiben, und: kein Sperrgepäck! Sperrgepäck kommt nämlich immer als letztes raus. Gerade wenn ein Flug spät ist, kann es furchtbar sein wenn alle ihre Koffer bekommen und man ein übermüdetes Kind bei Laune halten muss, weil der Kinderwagen nicht rausgerückt wird. Das Sonnendach ist auch praktisch. Und das Zubehör sowieso. Also der City Tour begleitet uns täglich, in der Stadt und auf Reisen!

Wie sieht ein typischer Tag bei euch aus?

Unser Alltag sieht immer anders aus. Wir haben eher so ein Wochenzyklus. Natürlich gibt es die festen Rhythmen: Schlafen, Essen… Aber drumherum sind wir ziemlich flexibel und sprechen uns immer ab, wer was übernimmt.. Dadurch, dass wir frei arbeiten, können wir eigentlich immer erst mal gemeinsam frühstücken, was ich persönlich sehr schätze. Dann habe ich zwei mal die Woche noch mein Studium (ich studiere Filmwissenschaften), an diesen Tagen kommt eine Oma – beide wohnen in Berlin, was ein Segen ist. Richard macht die Beusterbar und hat auch mal abends ein Barschicht. Wenn Pan dann schon schläft, ist das auch die Zeit, in der ich mich um meine Projekte wie zum Beispiel Xouxou Berlin kümmere. Ich finde es schön, dass wir aufeinander abgestimmt sind trotzdem keinem festen Tagesplan haben. Wir können aufeinander eingehen, wenn etwas Wichtiges ansteht oder dringende Termine wahrgenommen werden müssen. Ab August wird Pan zur einer Tagesmama gehen. Ich merke, dass er mit 1,5 Jahren bereit ist und bin dennoch gespannt, wie sich unser Leben dadurch verändern wird.

Wann haben Pans Vater und du Zeit für euch?

Also generell natürlich erst mal viel weniger als früher, klar. Wir waren seit fünf Jahren zusammen als ich schwanger wurde, was eine großartige Zeit war. Wir hatten viel Zeit zu zweit und haben sie sehr genossen, diese Zeit ist für mich sehr kostbar. Jetzt müssen wir uns Zeit zu zweit bewusst nehmen. Dazu gehört immer Kommunikation. Es ist also keine Selbstverständlichkeit mehr. Aber dadurch, dass beide Omas in Berlin leben, ist es zu machen. Und im Endeffekt muss man sich die Zeit ja immer nehmen, sie kommt nicht von alleine – ob mit oder ohne Kind.

Du hast einen tollen Interior-Stil – wo lässt du dich inspirieren?

Ich fühle mich wohl an Orten, die zum Leben gemacht sind und an denen der Mensch mit seiner aktuellen Lebenslage im Mittelpunkt steht. Momentan ist unsere Lebenslage nun mal, dass wir ein kleines Kind haben und ich erwarte keine Ordnung. Die Wände sind schon jetzt voller Tomatensoße und der Boden zerkratzt vom Spielauto. Aber ich denke mir: was soll´s. In 15 Jahren will ich mich eher an eine gute Zeit erinnern als an weisse Wände und glatten Böden. Natürlich achte ich trotzdem auf eine schöne Einrichtung. Ich mag es, wenn die Objekte aufeinander abgestimmt sind, aber es darf nicht zu offensichtlich sein. Ich mag Brüche. Ich bin inspiriert von meinen Reisen, von guten Freunden und meinen Wurzeln. Ich mag rustikale Elemente – genauso wie klare Linien. Und ich liebe es, wenn es Geschichten gibt hinter den Objekten. Zum Beispiel unser Tisch: den haben wir zusammen bauen lassen aus einem 300 Kilo schweren Amboss. Er stammte aus einer alten Fabrik um die Jahrhundertwende! Außerdem ist der Tisch aus Holzbalken, die von einer ehemaligen Zugbrücke stammen, die nach über 150 Jahren abgebaut wurde. Wir lieben diesen Tisch und es hat vier starke Männer gebraucht, um ihn in den ersten Stock zu tragen!

Und Xou Xou Berlin – dein kleines Label mit Macrame-Produkten, wie ist das entstanden? Machst du die Sachen alle selbst?

Xou Xou Berlin ist ein Projekt, das ich angefangen habe, als ich schwanger war. Ich habe keine schöne Wiege gefunden und hatte das Bedürfnis, etwas mit meinen Händen zu machen. Ich habe dann gedacht ich baue selbst eine Wiege, aber an Werken war nicht zu denken – ich war schon im siebten Monat. Auf Nähen hatte ich keine Lust, also bin ich auf Macrame gekommen. Ich habe schnell gemerkt, dass sich aus dieser Knüpftechnik viele tolle Gebrauchs- und Einrichtungsgegenstände machen lassen. Davon ausgehend habe ich dann angefangen, Pflanzenampeln zu knüpfen, die jetzt in verschiedenen Boutiquen verkauft werden (zum Beispiel bei Marsano Berlin, im Nandi Store, und in der Collect Boutique). Aber auch Schnullerbänder, Wandtapeten und Handyketten. Ich mache alles selbst, aber demnächst werde ich die Produktion der Handyketten, die sehr schematisch ist, an eine Werkstatt abgeben, damit ich mich wieder mehr um das künstlerische Macrame kümmeln kann. Dazu komme ich nämlich garnicht mehr, weil die Handyketten so erfolgreich sind!

Wo siehst du dich in zehn Jahren?

Das ist ein interessanter Gedanke. Ich wünsche mir eine große Familie, vielleicht noch ein oder zwei Kinder. Der Tisch hat ja noch ein paar leere Plätze! Ansonsten sehe ich der Zukunft mit Gelassenheit entgegen. Irgendwie vertraue ich da auf meine Intuition und darauf, dass sich die Dinge richtig fügen durch gute Entscheidungen. Was nicht heisst, dass ich mein Leben nicht in die Hand nehme, im Gegenteil. Ich finde das Leben muss geführt werden. Ich hoffe, dass wir weiterhin viel reisen werden und meine Familie und meine Freunde mit Gesundheit gesegnet bleiben.

Was ist das Nervigste am Mama-sein?

Volle Windeln.

Und was das Schönste?

Letztens habe ich mir ein Bild von Pan angeschaut, da ist er vier Monate alt und wird im Dschungel in Brasilien gebadet. Mir ist klar geworden, dass ich ihn nie wieder so wie auf dem Bild erleben werde. Obwohl das gar nicht lange her ist. Und ich habe Baby Pan plötzlich ungeheuer vermisst, obwohl ich ihn nicht bewusster hätte genießen können. Es vergeht schnell und es klingt kitschig aber im Endeffekt ist die große Herausforderung im Alltag, das Besondere darin zu greifen. Und das ist eben auch das Schönste!

Danke, Yara!

 

Yara Dib mit Pan (16 Monate), Juli 2017

Fotos: Sarah Winborn

Interview: Isabel Robles Salgado

 

Dieses Porträt entstand in Kooperation mit Baby Jogger

Yara fährt auf den Bildern den City Tour. Er ist der neueste Zuwachs der Baby Jogger Produktlinie und ist extrem leicht und kompakt – ein Muss für alle Eltern, die ihr Baby gerne auf tägliche Abenteuer, Wochenend-Trips und auch auf Flügen mitnehmen wollen.

Der besonders transportable City Tour Kinderwagen lässt sich mit nur einer Hand zusammenklappen, bietet eine mehrstufige Liegesitzposition und erfüllt die Handgepäck-Anforderungen diverser Reiseanbieter.

Mehr Informationen findet ihr hier.