Das Schönste? Zu sehen, wie sich diese kleinen Wesen zu großen Persönlichkeiten entwickeln. Felicitas Jaima mit Emilia und Hugo .

Felicitas ist schon vor einigen Jahren in die USA aufgebrochen und hat im sonnigen Kalifornien ihre zweite Heimat gefunden. Mit ihrem Mann Rama, ihrer Tochter Emilia und dem kleinen Hugo wohnen Sie in San Diego. Die promovierte Geschichtswissenschaftlerin hat beide Kinder per Hausgeburt zur Welt gebracht – eine wunderschöne und intensive Erfahrung – und war froh, dem amerikanischen Gesundheitssystem entkommen zu sein, bei dem Geburten eben doch sehr oft im OP-Saal enden. Hier spricht Felicitas über ihr Familienleben, die Erfahrung einer Fehlgeburt und wo es in Zukunft hingehen soll.

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Liebe Felicitas! Du wohnst mit deinem Mann Rama und euren zwei Kindern in San Diego, kommst aber ursprünglich aus Nordrhein-Westfalen. Was hat dich dorthin verschlagen?

In San Diego wohnen wir jetzt seit drei Jahren. Und in den USA bin ich mittlerweile seit ziemlich genau elf Jahren. Ursprünglich sollte es nur ein Jahr werden. Ich bin in Werne, das liegt zwischen Dortmund und Münster, aufgewachsen, und habe dann in Münster studiert. Von dort aus ging es in den Staat New York ans Vassar College, wo ich nicht nur Deutsch unterrichtet, sondern mich auch Hals über Kopf in meinen Mann verliebt habe. Jung und abenteuerlustig wie ich war, fiel es mir nicht schwer, meine Zelte in Deutschland langfristig abzubrechen und in den USA zu bleiben. Wir sind nach New Jersey gezogen, wo ich meinen Master’s in Geschichte absolviert habe. Beruflich gesehen ging es für mich danach an die New York University. Als ich meine Dissertation „nur noch“ zu Ende schreiben musste, haben wir unseren Traum vom Leben in der Sonne verwirklicht. San Diego war in vielerlei Hinsicht für uns attraktiv. Wir hatten die Stadt schon mehrmals als Familie besucht und waren immer wieder aufs Neue beeindruckt. Zum anderen gibt es hier eine öffentliche, sprich kostenfreie, deutsch-amerikanische Schule, auf die unsere Tochter jetzt geht. Einen deutschen Kindergarten gibt es auch, den wird Hugo ab September besuchen. Als Familie sind wir in San Diego richtig angekommen. Wir haben ganz tolle Freundschaften geschlossen, eine liebe Tante wohnt vor Ort und wir haben auch Familie in Los Angeles, die wir mehrmals pro Jahr sehen.

Gibt es Dinge, die du vermisst? Könntest du dir vorstellen irgendwann wieder in Deutschland zu leben?

Abgesehen von gutem Brot und den Vorzügen des deutschen Sozialstaates vermisse ich nicht viele Dinge. Hauptsächlich vermisse ich Freunde und Familie. Die Frage, ob ich irgendwann wieder in Deutschland leben möchte, stelle ich mir tatsächlich selbst fast täglich. Ich wünschte, ich könnte diese klar beantworten. Theoretisch können wir uns das sehr gut vorstellen, nicht jetzt, aber irgendwann in der Zukunft. Realistisch gesehen ist das natürlich nicht eine einfache Entscheidung. Finanziell und beruflich muss es Sinn machen. Sozial und kulturell habe ich eher Bedenken. Als Mutter dunkelhäutiger Kinder weiß ich es zu schätzen, dass meine Kinder in einem sehr gemischten Umfeld aufwachsen. Trotz der politischen Lage hier werden sie bisher zumindest weder als anders angesehen noch als exotisch betrachtet. Sie sind hier einfach keine Minderheit, was für die Entwicklung ihres Selbstbewusstseins wichtig ist. In Deutschland weiß ich aus Erfahrung, dass das nicht der Fall ist.

Auf der anderen Seite würden wir alle davon profitieren, meine Familie näher bei uns zu haben. Und da sind natürliche enge Freundschaften, die ich viel lieber persönlich und nicht nur virtuell pflegen möchte. Meine besten Freundinnen in Deutschland kenne ich seit mehr als zwanzig Jahren. Sie haben Kinder im Alter meiner Kinder. Meine alljährigen Besuche sind da auch nur ein Tropfen auf den heißen Stein, wenn auch einer, den ich nicht missen möchte. Mal schauen, was die Zukunft bringt. Noch genießen wir Kalifornien in vollen Zügen. Ich denke, alles wird sich fügen.

Du hast beide deiner Kinder per Hausgeburt zur Welt gebracht. War das etwas, dass du dir schon lange Zeit gewünscht hast oder gab es einen besonderen Impuls für diese Entscheidung? Wie liefen die Geburten ab? 

Als ich mit Emilia schwanger wurde, habe ich mich mit dem Thema „Geburt“ zu Beginn gar nicht intensiv auseinandergesetzt. Ich wurde von dem Gesundheitscenter meiner Uni an einen Gynäkologen verwiesen und der Plan war, in der Universitätsklinik zu entbinden. Mit einer Geburt assoziierte ich in erster Linie intensive Schmerzen, denen man zum Glück mit einer PDA entgegenwirken kann. Doch dann kam alles anders. Je mehr ich mich über amerikanische Entbindungsstationen informierte, desto ängstlicher wurde ich eigentlich. Ich wollte mich nicht dem Geschäftsmodell der Krankenhäuser ergeben, die Frauen so schnell wie möglich im Kreissaal haben und auch wieder rausschieben wollen. Auf eine Hebamme, die mir die Hand hält und Tipps gibt, hatte ich schon gehofft. Somit machten mein Mann und ich uns auf die Suche nach einer Doula, das ist eine Art Geburtsbetreuerin, die zwar nicht medizinisch einschreiten darf, doch emotional Unterstützung anbietet, sowohl für die Mutter als auch den Vater. Studien haben zum Beispiel erwiesen, dass allein durch die Anwesenheit einer Doula die Rate medizinischer Interventionen bei einer Geburt drastisch gesenkt werden kann. Mein Gynäkologe jedoch fand die Idee weniger gut, auch von einem Geburtsplan hielt er nicht viel. Von Besuch zu Besuch fühlte ich mich unwohler in der Praxis. Am ausschlaggebendsten aber waren die Erfahrungen, die wir in unserem Geburtsvorbereitungskurs gemacht haben. Wir haben uns für die Bradley Methode entschieden, bei der der Partner der Frau eine zentrale Rolle während der Geburt spielt. Denn ich fand es schon immer schade, wenn sich Frauen ganz alleine auf ein so einschneidendes Ereignis vorbereiten, bei dem doch der Vater (oder sonstige Partner) Anteil haben sollte. Für acht Wochen fuhren wir somit jeden Sonntag mit der U-Bahn von Jersey City ins East Village, wo wir für jeweils drei Stunden so viel über den Geburtsvorgang und den weiblichen Körper gelernt haben, wie ich nie für möglich gehalten hätte. Das war ein wahres Kontrastprogramm zu meiner Erfahrung mit meinem Gynäkologen. Von dem ganzen Wissen, das auf mich einprasselte, war ich jedes Mal wie „high.“ Meine Ängste schwindeten, und ich fühlte mich absolut fähig und stark, die bevorstehende Geburt anzunehmen, mit allem was dazu gehört. Doch je mehr ich eine natürliche Entbindung wünschte, desto schlechter fühlte ich mich bei meinem Arzt aufgehoben. Es wurde immer klarer: Wenn ich mein Kind ohne medizinische Interventionen auf die Welt bringen möchte, habe ich in einem (amerikanischen) Krankenhaus nichts zu suchen. In der 32. Schwangerschaftswoche wechselte ich dann zu einem Hebammenteam für Hausgeburten; eine der besten Entscheidungen, die ich jemals gemacht habe. Die Hebammen hatten nicht nur viel Zeit für mich – ein Besuch, der übrigens bei mir zu Hause stattfand, dauerte in der Regel eine Stunde – sie waren zudem äußerst fürsorglich und gingen auf alle meine Fragen und Sorgen ein. Wir hatten einen Geburtsplan, einen Notfallplan, und genug Zeit, Platz und Ruhe, um uns auf das Wesentliche vorzubereiten.

Beide Geburten verliefen reibungslos. Bei Emilia hatte ich einen frühzeitigen Blasensprung und mit Hilfe homöopathischer Mittel und Spaziergängen durch den Nachbarschaftspark wurden dann die Wehen in Gang gesetzt. Nach ca. acht Stunden aktiver Wehen und etwa einer halben Stunde Presswehen, kam sie in der Geburtswanne in unserem damaligen Wohnzimmer in Jersey City zur Welt.

Nach dieser tollen Erfahrung war es klar, dass unser zweites Kind auch zu Hause auf die Welt kommen sollte. Hugos Geburt war allerdings um einiges rasanter. In weniger als drei Stunden war er da. Die Geburtswanne war aufgeblasen, aber es blieb keine Zeit, sie mit Wasser zu füllen. Die Hebamme steckte im Stau und kam erst, als sein Kopf schon geboren war. Somit war Rama aktiv involviert und Emilia war meine Doula, worauf sie bis heute ganz stolz ist.

Meine Geburten waren definitiv nicht ruhig oder schmerzfrei – ich bin mehrmals über mich selbst hinausgewachsen – doch ich beschreibe sie immer wieder als wunderschön. Ich bin glücklich, sie als so positiv und stressfrei erlebt haben zu können. Sowohl während als auch nach der Geburt in meinen eigenen vier Wänden zu sein, habe ich beide Male als äußerst entspannend empfunden.

Wie ist die Einstellung der Gesellschaft in den USA gegenüber Hausgeburten (wenn man das überhaupt so pauschal sagen kann)?

Du hast recht, so pauschal kann man das nicht sagen. Der Anteil der Hausgeburten an den gesamten Geburten in diesem Land ist natürlich sehr klein, wobei er in den letzten Jahren angestiegen ist. Ich persönlich kenne weitaus mehr Frauen in den USA, die Hausgeburten oder Geburtshaus-Geburten hatten, als in Deutschland, aber das liegt wahrscheinlich daran, dass ich mich hier als (werdende) Mama in diesen Kreisen bewegt habe. In New Jersey/New York sowohl auch hier in San Diego hatte ich Glück. In beiden Regionen gibt es unheimlich viele Ressourcen für natürliche Geburten und das Leben danach, angefangen von Chiropraktikern, die sich auf schwangere Frauen und Neugeborene spezialisiert haben, über Hausgeburten-Hebammen und Geburtshäusern bis hin zu Stillberatungszentren.

In unserem Vorgespräch hast du eine Fehlgeburt angedeutet – wie war das damals für eure kleine Familie? Und wie gehst du heute damit um?

Das war eine sehr schwere Zeit für mich. Nach Emilia hatte ich lange kein Bedürfnis nach einem zweiten Kind. Nicht, weil es nicht schön war mit ihr, sondern weil sie mich emotional so ausgefüllt hat, dass ich mir gar nicht vorstellen konnte, mir jemals wirklich ein zweites Kind zu wünschen. Und dann kam wieder alles ganz anders. Ich wurde Ende 2013 schwanger und hatte von Anfang an ein ungutes Gefühl. Vielleicht deswegen, weil ich zuvor eine ganze Reihe persönlicher Berichte zum Thema „Fehlgeburt“ gelesen hatte, die in meiner damaligen lokalen Müttergruppe online geteilt wurden. Es fing damit an, dass eine Mutter von ihrer kürzigen Fehlgeburt berichtete, woraufhin unzählige andere Mütter ihre Herzen ausschütteten und ihre Erfahrungen mitteilten. Wahrscheinlich war das Schicksal, und ich sollte dies alles lesen und wissen. Somit fühlte ich mich weniger allein, als ich die Hiobsbotschaft bekam, dass ich ein sogenanntes Windei habe. Das ist ein, meiner Meinung nach sehr platter Ausdruck dafür, wenn sich der Embryo erst gar nicht oder nicht genug entwickelt und die Fruchtblase zumindest für unsere Augen leer scheint.

Doch in meinem Fall hielt mein Körper an der Schwangerschaft fest. Woche für Woche ging ich zum Ultraschall und zur Blutabnahme und meine HCG Werte stiegen, trotz Windei, schön stetig weiter. Mein Körper dachte wirklich, ich sei schwanger. Das war ziemlich schizophren.

Irgendwie hatte ich mir in den Kopf gesetzt, dass ich diese Fehlgeburt auf natürliche Weise hinter mich bringen möchte. Und ich habe wirklich alles versucht; Akkupunktur, Kräuter, Homöopathie. Nichts half. In der 12. Schwangerschaftswoche verließen mich meine Kräfte und ich willigte in die Ausschabung ein. Rückblickend hätte ich dies eher tun sollen. Denn durch den Abbruch fielen auch die Hormonwerte schnell ab. Ich fühlte mich nicht mehr schwanger und war endlich wieder in der Lage, mich ein wenig abzulenken und nach vorne zu schauen.

Auf diese Weise entstand mein sehnlichster Wunsch nach einem zweiten Kind. Wer hätte das gedacht. Und ein paar Monate nach unserem Umzug an die Westküste war Hugo auf dem Weg. Ich glaube, der Tapetenwechsel und Neuanfang taten mir gut.

Bis heute gehe ich mit dem Thema ganz offen um, einfach, weil ich finde, dass Fehlgeburten kein Tabuthema sein sollten. Sie sind schmerzhaft, aber sie gehören zum Frausein dazu, leider. Ich kann mir nur vorstellen, wie isolierend es sein muss, wenn man so ein Erlebnis ganz alleine durchmachen muss. Oft geht eine Fehlgeburt mit Scham und Selbstzweifeln einher. Man fragt sich ganz unweigerlich, ob man etwas falsch gemacht hat oder etwas hätte besser machen können. Ich glaube ganz fest, dass Frauen davon profitieren, wenn dieses Thema normalisiert wird. Deswegen teile ich gerne meine Erfahrung.

Dein Mann arbeitet im Sales Bereich einer E-Commerce Firma und du bist Wissenschaftlerin. Wie organisiert ihr euer Leben und die Betreuung der Kinder? Habt ihr etwas Familie vor Ort?, die helfen kann?

Die Betreuung unserer Kinder ist wahrscheinlich eine meiner größten Herausforderungen ohne Oma um die Ecke. Kitas und Kindergärten sind hier im Vergleich zu Deutschland kostspielig. Als wir noch an der Ostküste lebten, und ich Vollzeit studiert habe, ging Emilia ganze Tage in eine Kita. Für den Forschungsteil meiner Dissertation musste ich viel reisen, da ich Interviews geführt habe und Archive in Deutschland und auch den USA besuchen musste. Logistisch war das immer eine Herausforderung. Während meine kinderlosen Kollegen/Innen problemlos die Welt per Couchsurfing bereisten, musste bei uns alles im Detail geplant sein, damit Emilia auch versorgt ist. Zum Glück hatten wir viel Unterstützung von Familie und Freunden. So bin ich teilweise mit meiner Mutter und Emilia die Ostküste entlang gereist, wohnte mit meiner Schwester und Emilia für mehrere Wochen in Washington, D.C., und mein Mann hat oft von unterwegs gearbeitet, zum Beispiel einen Monat lang von Berlin aus, wo wir bei ganz großzügigen Freunden untergekommen sind. Mit einem Kind war das alles noch machbar.

Seitdem Hugo da ist und ich die Dissertation verteidigt habe, ist unser Leben in dieser Hinsicht ruhiger geworden. Trotzdem ist es nicht immer einfach, wenn man alles alleine stemmen muss. Ein spontaner Restaurantbesuch zu zweit zum Beispiel ist nicht drin. Wir sind abends viel zu Hause und unternehmen in unserer Freizeit am liebsten was als Familie. Wenn dann die Oma zu Besuch kommt, gehen wir besonders viel aus.

Du hast deinen Ph.D. in Geschichte an der NYU vor einem Jahr abgeschlossen. Was war da dein Hauptthema? Und was hast du jetzt vor?

Meinen Ph.D. habe ich im Bereich Geschichte der Afrikanischen Diaspora gemacht. Meine Forschungsarbeiten untersuchen die Erfahrungen von Afro-Amerikanischen Militärsfrauen, also Ehefrauen, Soldatinnen, und anderen Angestellten des U.S. Militärs, in Deutschland nach dem zweiten Weltkrieg bis in den Kalten Krieg. Die Arbeit dazu war sehr spannend, weil ich viele dieser Frauen interviewen konnte. Seit meiner Graduation habe ich als Editor für ein kleines, aber internationales Frauenmagazin gearbeitet, für einen Podcast Interviews geführt, und als Freelancer Texte u.a. für Webseiten geschrieben. Ich unterrichte auch Deutsch an einer der Universitäten hier in San Diego, was sich super mit den Kindern vereinbaren lässt.

Hugo ist jetzt zwei Jahre alt und bereit, ein paar Tage pro Woche in der Kita zu sein. In der Zeit werde ich unterrichten und an ein paar anderen Projekten weiterarbeiten. Außerdem bin ich immer offen für neue Herausforderungen. Solange ich schreiben, lehren, forschen oder anderweitig interkulturell arbeiten kann, fühle ich mich ausgeglichen.

Deine Kinder sind noch klein und ihr habt als Eltern viel zutun. Wie schaffst du es kreativ zu arbeiten? Gibt es bestimmte Routinen, die dabei helfen (den Kopf freizubekommen z.B.)?

Wir haben einen relativ festen Tagesablauf. Klar gibt es auch mal Abweichungen, aber was die grobe Struktur angeht, bin ich eher weniger kompromissbereit. Um 19 Uhr geht es zum Beispiel ins Bett, egal ob Wochentag oder Wochenende. Die Große darf aber noch im Bett lesen. Diese Zeit am Abend ist mir wichtig. Oftmals arbeiten wir dann noch etwas oder bereiten uns anderweitig auf den nächsten Tag vor.

Darüber hinaus gehe ich, wann immer möglich zum Bikram Yoga. Dort kann ich meditieren und mich auf mich konzentrieren. Das tut gut.

In Deutschland ist es oft so, dass man entweder zu wenig Zeit mit den Kindern verbringt (Stichwort Rabenmutter) oder zu viel („Gluckenmutter“). Gibt es ähnliche Stereotype auch in den USA?

Diese Stereotype sind mir hier bisher weniger begegnet. Ich denke, das liegt unter anderem daran, dass die Norm hier eine ganz andere ist. Aufgrund der fehlenden Unterstützung durch den Staat, gehen die meisten Mütter nach sechs Wochen Mutterschutz wieder arbeiten. Nur wenige Arbeitgeber erlauben eine längere Auszeit. Ich kenne Frauen, die sich ihre wenigen Urlaubstage und Krankentage aufsparen, um mehr Zeit mit ihren Neugeborenen verbringen zu können. Das ist wirklich traurig. Von dem Gesichtspunkt aus hatte ich wirklich Glück, meine Kinder während des Studiums zu bekommen. Bei Emilia habe ich ein Jahr pausiert und bei Hugo hatte ich im ersten Jahr stundenweise eine Nanny, um meine Dissertation fertig zu stellen.

Was ist das Nervigste am Mama-Sein?

Das Pausenlose finde ich anstrengend. Dass man nicht wirklich mal komplett abschalten kann.

Und was ist das Schönste?

Als Familie zu reisen und gemeinsame Erinnerungen zu schaffen. Und zu sehen, wie sich diese kleinen Wesen zu großen Persönlichkeiten entwickeln.

Danke dir, Felicitas!

Wer mehr über Felicitas erfahren möchte, hier gehts zu ihrem Instagram Account.

Felicitas Jaima mit Emilia (7) und Hugo (2) , Juli 2017

Photography: Merrill Melideo
Interview: Marie Zeisler

 


 

Dear Felicitas! You live with your husband, Rama, and your two children in San Diego but originally you are from North Rhine-Westphalia. How did you end up there?

We have been living in San Diego for three years now. And altogether I have been in the United States for pretty much exactly eleven years. Originally, it was supposed to be one year only. I grew up in Werne, between Dortmund and Münster, and attended university in Münster. From there I went to upstate New York, to Vassar College, where I not only taught German but also fell head over heels in love with my husband. I was young and adventurous so it did not take much for me to leave Germany longterm to stay in the US. We moved to New Jersey where I got my Master’s in history. Professionally speaking I then moved to New York University. When I was almost done with my Ph.D. studies and „only“ had to finish my dissertation, we realized our dream of living in the sun. San Diego was an attractive location for us for several reasons. We had visited the city numerous times as a family, and each time we fell in love with it all over again. In addition, there is a public (read: free) German-American school in San Diego that our daughter is now attending. There is also a German Kindergarten that Hugo will join in September. As a family we have really arrived in San Diego. We have found amazing friends, a wonderful aunt lives in town, and we also have family in Los Angeles that we see multiple times per year.

Are there things that you miss? Can you imagine living in Germany again one day? 

Aside from good bread and the benefits of the German social system I do not miss a lot of things. It’s family and friends that I miss most. The question whether I want to live in Germany again sometime is one that I ponder almost daily. I wish there was a clear answer. In theory, we can definitely see it happen, not now, but in the future. In reality, this is not an easy decision to make. Such a move needs to make sense both financially and professionally. But I am mostly concerned about social and cultural issues. As a mother of brown-skinned children, I highly appreciate that I can raise my children in a diverse environment. Despite the political situation here, they at least have not been seen as „different“ or „exotic.“ They are not a minority per se, which I find crucial for their developing self esteem. In Germany, and I speak from experience, this is unfortunately not the case. On the other hand, we would all benefit from having my family closer to us. And of course there are close friendships that I would much prefer to nurture face-to-face instead of virtually. I have known my best friends in Germany for over twenty years. They have kids similar in age to mine. My annual visits feel like just a drop in the ocean, albeit one that I do not want to miss. We will see what the future holds. At the momen, we are still enjoying life in California to the fullest. I trust that in the end everything will work out just fine.

You delivered both of your children at home. Did you always wish to have a home birth or was there a catalyst that sparked this decision? How were your births? 

When I got pregnant with Emilia, the topic of „birth“ was not something I thought much about initially. The health center at my university referred me to an ObGyn, and the plan was to deliver at the university hospital. My main association with birth was intense pain that could luckily be numbed with an epidural. But then everything turned out very differently. The more I learned about American maternity wards, the more frightened I became. I did not want to become a victim to the business model of these hospitals that wanted women quickly in and out of their delivery rooms. I was at least hoping for a midwife to hold my hand and give some tips. This is how my husband and I started to look for a doula. A doula is a birth attendent that offers support to both the woman and man, not in a medical way but emotionally. There are studies that show that the mere presence of a doula drastically reduces medical intervention during birth. My ObGyn was less impressed with this idea, and his attitude toward having a birth plan was similar. I, consequently, felt less and less comfortable with him. The turning point, however, came about when we attended a birth class. We decided on the Bradley Method, an approach to birth in which the partner plays a central role. I have always found it unfortunate that many women prepare for such a life-changing event like the birth of their child alone, without their partners. So, for eight weeks, every Sunday we took the subway from New Jersey to the East Village. For three hours each time we learned so much about birthing and the female body that it literally blew my mind. What a contrast to my experience with this ObGyn. After each class I felt high from all the knowledge that was bestowed on me. My fears diminished, and I felt absolutely able and strong to accept the upcoming birth with everything it would entail. But the more I desired a natural birth, the less welcome I felt at my doctor’s office. It became pretty obbvious: if I wanted to birth my child without medical intervention, then I did not belong in an (American) hospital. At 32 weeks, I switched to a team of home birth midwives; one of the best decisions I have ever made in my life. The midwives not only had so much time for me – a visit, which by the way took place in my home, lastet about one hour – they were also extremely caring and sensitive to my concerns. We had a birth plan, an emergency plan, and plenty of time, space, and peace to prepare for what really mattered.

Both my births were smooth. With Emilia my water broke prematurely but with the aid of homeopathy and walks through our neighborhood park, we got labor going. After about eight hours of active labor and half an hour of pushing, I delivered her in a birth pool in our living room in Jersey City.

After this experience, it was without question that our second child should be born at home too. Hugo’s arrival, however, was much more rapid. He came in under three hours. The birth pool was set up but there was no time to fill it with water. The midwife was stuck in traffic and arrived when his head was already born. As a result, Rama was very hands-on, and Emilia was my doula, which she is very proud of to this day.

My births were definitely not calm or painfree – I definitely outgrew myself – but I always describe them as beautiful. I feel fortunate that I had these positive and stressfree birth experiences. To be in my own home, both during and after the birth, was very comforting for me.

What is the attitude toward home births in American society (if you can even generalize this)? 

You are absolutely right, there is no general answer. The percentage of home births is still very small, though it increased over the last years. Personally, I know many more women in America than in Germany who had home births or birth center births. This is probably due to my social Mama circles here. I was lucky in New Jersey/New York as well as here in San Diego. Both regions offer a plethora of resources for natural births and after, ranging from chiropractors specializing in the care of pregnant women and infants, to home birth midwives and birth centers, to breastfeeding support centers.

In our preliminary conversation you mentioned a miscarriage – what was the experience like for your family then? How do you handle the topic now? 

That was a difficult time for me. After having Emilia I had no desire for a second child for quite some time. Not because life with her was not beautiful, but because I felt emotionally fulfilled. I could not even imagine to ever really want another child. And again everything turned out very differently. I got pregnant in late 2013 and had a strange feeling about the pregnancy from the beginning – probably because I had just read multiple personal stories about pregnancy loss. It all started when one mother shared her experience of a recent miscarriage in the online forum of my local mother’s group. In response to her post, so many women poured their hearts out, too. I was probably meant to read all of their stories. As a result, I felt less alone when I received the devastating news that I had a so-called „blighted ovum“, meaning that the embryo never developed or at least not enough to be visible on an ultrasound. Only in my case, my body held on to the pregnancy. Week after week I returned for ultrasounds and blood draws, and my HCG levels kept rising, despite the blighted ovum. My body really thought it was pregnant. How schizophrenic.

I was determined to let the miscarriage process unfold naturally. And I tried it all: accupuncture, herbs, homeopathy. Nothing worked. At 12 weeks I lost my strength and agreed to have a D&C. Looking back, I should probably have agreed to the procedure sooner. Because of the termination, the pregnancy hormones plummeted. I did not feel pregnant anymore and was finally in a position to distract myself and move on.

This is how I came to desire a second child. Who would have thought. And a couple months after our move to the West Coast, Hugo was on the way. I think the change of scenery and the new beginning helped heal me.

I have been open about this topic because in my opinion miscarriage should not be a taboo topic. Miscarriages are painful but, unfortunately, part of womanhood. I can only imagine how isolating it must be to go through such an experience alone. Shame and self-doubt go hand in hand with pregnancy loss. You ask yourself if you did anything wrong and what you could have done better. I strongly believe that women benefit from normalizing this topic. This is why I openly share my experience.

Your husband works in sales for an e-commerce company, and you are a scholar. How do you organize your life and childcare? Do you have family around to help? 

Childcare is most likely my biggest challenge without Oma around the corner. Daycare and preschools are expensive compared to those in Germany. When we lived on the East Coast, Emilia went to daycare full-time. I had to travel a lot for because I conducted personal interviews and worked in archives in Germany and the US. Logistically this was a challenge. While my childless colleagues could easily travel the world via couch surfing, I had to plan everything in detail to make sure that Emilia was taken care of. Luckily, we had loving support from family and friends. There were times when I traveled with my mother and Emilia along the East Coast, other times when my sister, Emilia and I lived in Washington, D.C. for several weeks. My husband often worked from the road, for example out of Berlin, where we were generously taken in by dear friends for one month.

Since Hugo’s arrival and the completion of my dissertation, our life has slowed down. Yet, it is still not always easy without much support. A spontaneous date night out, for example, is not in the cards. We are home a lot in the evenings and enjoy spending our free time together as a family. When Oma is in town though, we go out a lot.

You completed a Ph.D. in history from NYU one year ago. What was your main area? What are your plans now? 

My degree is in African Diaspora history. My dissertation examines the experiences of Afro-American military women, wives as well as female soldiers and other U.S. military employees, in Germany after WWII and into the Cold War era. This was a very exciting project to work on, especially because I interviewed a lot of these women. Since graduating from NYU, I have worked as a managing editor for a small, international women’s magazine, conducted interviews for a podcast, and I have worked as a freelance writer, creating texts for websites among other things. I have also taught German at one of San Diego’s universities. This has worked out really well with the kids.

Hugo is now two years old and ready to be in preschool for a few days per week. I will continue to teach German and also work on some other projects. I am also always open for new opportunities. As long as I can write, teach, research, or work otherwise interculturally, I feel balanced.

Your kids are still little and you as parents are busy. How do you manage to work creatively? Do you have routines that help you ( maybe to clear your mind)? 

We have a pretty firm routine in our day-to-day lives. Of course, there is room for exceptions but I am not willing to compromise much when it comes to basic structures. For instance, our kids go to bed at 7pm, not matter the day of the week. Our eldest is allowed to read in bed though. This time in the evening is very important to me. Often my husband and I still work then or prepare for the next day otherwise. In addition, I try to go to bikram yoga whenever possible. There I can meditate and focus on myself, which feels great.

In Germany mothers are often seen a seither spending too little time with their children (keyword „bad mom“) or spending too much time („hovering“). Are there similar stereotypes in the US? 

These stereotypes are not as widespread. I think one reason is that the norms and expectations are different here. Due to the lack of governmental support, most mothers go back to work six weeks after giving birth. Only few employers grant a longer maternity leave. I know women who saved up their few vacation days and sick days in order to be able to spend more time with their newborns. This is really sad. Against this backdrop, I was really fortunate to have my kids while being a student. With Emilia I took one year off and with Hugo I had a nanny on an hourly basis so I could complete my dissertation.

What is the most annoying thing about being a mom? 

The nonstop. That you can never really check out.

And what is the most beautiful? 

Traveling as a family and creating memories together. And to watch these little beings develop big personalities.

Thank you!

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Felicitas Jaima with Emilia (7) and Hugo (2) , July 2017

Photography: Merrill Melideo
Interview: Marie Zeisler