Nachhaltigkeits-Serie Part one: Faire und coole Mode für Mama und Mini

Overall und tasche-29Nachhaltigkeit. Ein Begriff, mit dem wir mittlerweile dauernd um uns werfen, den wir tagtäglich hören. Auch und vor allem, wenn es um Mode geht! Aber: was bedeutet Nachhaltigkeit überhaupt?

In Sachen Mode geht es erstens um möglichst wenig Chemie und Umweltbelastung. Das bedeutet bei Kleidung: bei der Produktion sollten möglichst wenig Schadstoffe in die Atmosphäre gelangen. Leider sind Farbstoffe, Farbbeschleuiniger,  Bleichmittel, zum Teil heftige Chemie-Schleudern bei der Kleidungsproduktion immer noch Standard, bei der Leder-Produktion ist es wohl noch schlimmer! Zum anderen bedeutet Nachhaltigkeit aber auch faire Bedingungen. Faire Arbeitsbedingungen und Bezahlung für alljene, die an der Produktion beteiligt sind. Beides geht auch Hand in Hand, denn wenn umweltfreundlicher produziert wird, werden Arbeiter nicht potentiell vergiftet. Für mich persönlich bedeutet Nachhaltigkeit auch, Dinge zu kaufen, die länger als eine Saison halten. Die einen höheren Wert haben, höher als Teile, die mit 70% Sale-Rabatt immer noch Gewinn für den Hersteller bedeuten.

Luxus-Labels sind leider meist das Gegenteil von Nachhaltigkeit

Nun, wenn ein T-Shirt 2,99 kostet (weniger als ein Latte Macchiato in Berlin!), dann kann da natürlich nicht alles sauber gelaufen sein. Leider ist aber der Preis auch nicht wirklich aussagefähig. Im Gegenteil! Die Luxus-Labels schneiden traditionell unfassbar schlecht ab bei allen Prüfungen, während H&M und Zara sich zumindest Mühe geben. Hier achtet man mittlerweile immerhin teilweise auf Transparenz, bringt Conscious Kollektionen heraus und diese beiden großen Fast Fashion Lieferanten wurden zuletzt sogar von Greenpeace gelobt. Auch das Label “Made in Europe” sagt leider nichts aus, es kann sein, dass die gesamte Jacke in Bangladesh hergestellt wurde, der Knopf aber in Spanien. Und dann steht “Made in Spain” drauf! Umgekehrt bedeutet “Made in China” nicht immer, dass alles schrecklich ist. Leider gibt es immer noch viel zu wenig Transparenz! Und Öko-Zertifikate sind verwirrend, es gibt viele verschiedene. Keiner blickt so ganz durch.

Wann ist man also auf der richtigen Seite? In der Kindermode ist das relativ einfach. Die allermeisten coolen, angesagten Labels setzen auf faire Produktion, auf Bio-Materialien, auf Nachhaltigkeit. Bei den Kindern gehört das fast zum guten Ton. Für Erwachsene hat nachhaltige Mode meistens den faden Beigeschmack von: hässlich. Teuer. Uncool. Öko halt. Dabei ist aber gar nicht mehr wahr! Ich will euch heute drei Labels vorstellen, die alle auf ihre Art und Weise Gutes tun, indem sie so produzieren, wie sie produzieren. Und euch einfach Denkanstöße geben, wie man auch einkaufen kann. Ach ja, mir selbst tut dieser Denkanstoß auch gut!

 

1. Das Öko-Label:

macarons

Seit wir diese Seite machen, arbeiten wir mit macarons zusammen. Die Firma ist einfach großartig! Ein Familienunternehmen mit Sitz in Stuttgart, das Tradition und neues Design verbindet. Macarons arbeitet eng mit Manufakturen, Garnspinnereien, Färbereien, Strickereien und Walkereien in naher Umgebung zusammen, die Materialien werden eigens entwickelt, vom Knopf bis zum Faden ist alles sorgfältig ausgewählt, von der Rohfaser bis zum fertigen Gestrick wird jedes einzelne Textil den Qualitätskontrollen nach GOTS-Richtlinien unterzogen. Und so sind auch großartige Materialien, wie zum Beispiel der gewalkte Doublefacestoff IQ-Fabric entstanden. Er ist atmungsaktiv, hält die Haut immer warm und trocken. Oder die Pauli Winter-Pullover: Baumwolle innen, Merino-Wolle außen – wie clever ist das? So kratzt nichts, wärmt aber, und man kann die Sachen natürlich ganz normal in der Maschine waschen.
Ich kann euch sagen: man fühlt und sieht den Unterschied. Ich habe eine Freundin, der das Label immer zu teuer war, bis sie einen Pullover geschenkt bekommen hat. Jetzt ist sie überzeugt! Die Sachen sind von höchster Qualität, halten ewig. Ich persönlich freue mich jetzt schon, Xavers ersten macarons Pullover weiterzuvererben und finde, es lohnt sich, in ein paar solcher ganz besonderen Stücke zu investieren.

Auf den Fotos trägt Xaver den Pullover Paula Relief in mint/citron und Hose Pliso in perse.

Die Pullover gehen beim Waschen immer noch minimal ein, ich würde immer empfehlen, die nächstgrößere Größe zu nehmen!

Ach ja, es wird bald eine Erwachsenen-Linie geben. Stay tuned!

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2. Das Charity Label:

lemlem

Seit ich lemlem in einer Boutique in Rom entdeckt habe, kann ich das Label nicht mehr vergessen. Liya Kebede, Supermodel aus Äthiopien, hat lemlem gegründet, um Weberinnen in ihrem Heimatland den Arbeitsplatz zu erhalten. Die Sachen sind also “made in ethiopia” und mit dem Kauf eines lemlem-Teils tut man automatisch Gutes! Denn die Weberinnen werden anständig bezahlt und man achtet auf gute Produktonsbedingungen. Außerdem unterstützt lemlem traditionelles Handwerk in Äthiopien, die Schönheit, Qualität und historische Bedeutung der Arbeit der Weberinnen wird geschützt. Das Ergebnis sind handgewebte und handbestickte Baumwollkleidung, ultra-leicht und luftdurchlässig, perfekt für den Sommer. Und die Muster sind auch noch richtig cool, findet ihr nicht?

Das alles hat natürlich seinen Preis, der Overall den ich mir für das Shooting ausgesucht habe, kostet um die 400 Euro… Aber dafür hat man dann ein einzigartigs Designer-Stück, mit dem man etwas Gutes getan hat. Fühlt sich das nicht besser an, als ein Teil aus einer Boutique am KuDamm, das sicher das Gleiche kostet?

Und es gibt auch günstigere Stücke von Lemlem, in diese Short habe ich mich zum Beispiel richtiggehend verschossen und sie wird sicher bald im Warenkorb landen.

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3. Die Manufaktur:

Alexander von Bronewski

Accesoires finde ich am schwierigsten, wenn es um Nachhaltigkeit geht. Anscheinend werden 90% der Lederprodukte, die im Umlauf sind, massiv mit Chemikalien und Schwermetallen behandelt. Und das fühlt man auch. Wenn ich mir die Designer-Handtaschen meiner Träume ansehe, bin ich immer wieder enttäuscht davon, wie sie sich anfühlen. Und das bei einem Preis von teilweise 1000 Euro und mehr!

Da geht es mir bei den Stücken von Alexander von Bronewski ganz anders. Er schafft Werke von zeitloser Eleganz. Manufaktur-Stücke, die sowohl eine Geschichte haben als auch eine schreiben. Zeit, Fingerspitzengefühl, ausgewählte Materialien, akribisch ausgeführte Sattlerstiche (hier wird nie eine Naht aufgehen!) stecken da drin – und das sieht man und das fühlt man. Alexander empfiehlt, jedes Stück im Abstand von 5 Jahren an den Ort seines Entstehens zurückzuschicken. Dann ist es Zeit, das Leder zu nähren, den Faden zu prüfen und jede Einzelheit sorgsam zu inspizieren. Eine Tasche für die Ewigkeit. Wahnsinn, oder?

Die Tote auf dem Bild heißt “Iris”, das Leder stammt aus einer Gerberei aus Bayern und Süddeutschen Rindern und es wurde mit Rhabarber und Nüssen gegerbt! So entstand die einzigartige Patina und ich bin mir ziemlich sicher, die Tasche wird, je länger man sie trägt, umso schöner! Es ist eine einfache, große, robuste Tote – Die perfekte Mama-Tasche, oder was sagt ihr? Der Preis liegt bei ab 250 Euro, jedes Modell wird auf Anfrage angefertigt. Wer ein weniger einfaches Modell will, dem sei die “Maria” ans Herz gelegt. Mir geht es gerade so: bevor ich jemals wieder in ein teures Designer-Teil investiere, würde ich jetzt gerade viel eher in ein Stück von Alexander investieren. Trends gehen (wer will in 5 Jahren noch Celine-Taschen sehen?), Qualität bleibt!

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So! Und was will ich euch mit diesem Artikel sagen? Dass Öko-Labels, Charity-Labels und Manufakturen eine einfache Möglichkeit sind, mit gutem Gewissen zu shoppen. Und ich glaube, Kindermode kann in Sachen Coolheit und Nachhaltigkeit richtiggehend als Vorbild für die Damenmodewelt gelten. Denn: die Labels laufen. Sie sind angesagt und trotzdem öko. Für Kinderkleidung ist es Norm, anständig und möglichst schadstoffarm zu produzieren. Warum achten wir bei unseren Kindern auf solche Kriterien, bei uns selbst aber viel zu wenig?

Ich bin überhaupt kein Engel. Viel viel Geld habe ich den bösen Marken in den Rachen geschoben… Immer noch seufze ich, wenn ich an einem Saint Lauren oder einem Chloé Shop vorbeigehe. Mittlerweile geht es mir aber immer öfter so, dass ich mich von allen High Street Labels und Luxusmarken ein bisschen verarscht fühle. Von den Billig-Labels sogar weniger, die sind wenigstens billig. Aber es gibt unzählige Firmen, die genauso produzieren, die Ware dann jedoch für ein Vielfaches des Preises verkaufen. Denn man zahlt für die Marke, eine Message. Und jetzt, im April, hängt alles schon wieder im Mid Season Sale. Im Juli gibts 50%, im August 70%. Wo ist da die Logik?  Und, wie gesagt, ich spreche hier nicht mal von H&M und Forever 21. Ich spreche von Labels wie APC (unglaublich gutes Image), Sandro (schrecklich schick), Maje (auch), the Kooples (so cool!). Labels, die ich für ihr Design schätze, die ich jahrelang ohne Nachzufragen gekauft habe, die aber aus guten Gründen nie über ihre Produktion und ihre Materialien sprechen. Und die ich jetzt in Frage stelle. Und was ist mit den richtig teuren Designern? Was tun die Gutes? Wofür zahlt man mehrere hundert Euro für ein Teil. Das sind Fragen, die wir uns alle stellen können.

Ich will hier nicht den Finger erheben, aber ich glaube, wir könnten uns alle einfach ein bisschen mehr bemühen. Wenn die Nachfrage da wäre, wenn der Konsument kritischer wird, dann ändert sich vielleicht auch was beim Angebot. Bei der Kinderkleidung haben wir da schon viel erreicht. Wie gesagt, alle angesagten Labels, von Mini Rodini zu Bobo Choses, oder eben macarons, achten auf Nachhaltigkeits-Kriterien. Ich persönlich habe mir vorgenommen, von jetzt an mehr nachzufragen. Mehr in Klassiker und kleine, faire Labels zu investieren. Dinge zu kaufen, die länger als eine Saison halten. Second Hand kaufen ist außerdem meine liebste Art des nachhaltigen Shoppens.

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Was sagt ihr, wie kritisch seid ihr?

In den weiteren Teilen unserer Nachhaltigkeits-Serie stellen wir noch weitere Labels vor und setzten uns mit anderen Möglichkeiten, das Leben etwas nachhaltiger zu gestalten, auseinander. Wir sind keine Öko-Freaks, Gott bewahre! Und wir wollen auch niemandem vorschlagen, wie er zu leben hat. Aber wir wollen euch inspirieren, damit wir vielleicht alle zusammen im Kleinen ein bisschen was verändern können.

 

Fotos: Von der bezaubernden Lina Grün, vielen Dank!!!

PS: Xavers Halstuch ist von ambacht – auch ein Handwerk – Liebe zum Detail – feinste Naturfasern Label, meine Sandalen sind von K Jacques (ähnliche hier), Xavers Sandalen sind von Budgaard

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